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Extreme Hitze in Frankreich, Spanien und Großbritannien: Temperaturen erreichen Rekordwerte, Klimaforscher warnen vor immer häufigeren Hitzewellen in Europa.

von Johanna Richter
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Extreme Hitze in Frankreich, Spanien und Großbritannien: Temperaturen erreichen Rekordwerte, Klimaforscher warnen vor immer häufigeren Hitzewellen in Europa.

Westeuropa erlebt derzeit eine der frühesten und längsten Hitzewellen der vergangenen Jahrzehnte. In Frankreich, Spanien, Großbritannien und Irland bleiben die Temperaturen auch nachts außergewöhnlich hoch. Klimaforscher warnen bereits davor, dass Europa künftig sogar Temperaturen von über 50 Grad erreichen könnte. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu focus.

Der französische Klimatologe Christophe Cassou bezeichnete die aktuelle Wetterlage als „Klima-UFO“. Gemeint sei ein extremes Wetterphänomen mit ungewöhnlich hohen Temperaturen lange vor dem offiziellen Sommerbeginn und einer außergewöhnlich langen Dauer der Hitzeperiode.

Besonders betroffen sind der Westen Frankreichs sowie Teile Großbritanniens, Irlands und Spaniens. In vielen französischen Regionen gilt bereits die zweithöchste Hitzewarnstufe. Die Temperaturen steigen dort auf bis zu 39 Grad Celsius, nachts sinken sie in einigen Gebieten nicht unter 20 Grad.

Klimaforscher rechnen mit immer häufigeren Hitzewellen

Cassou erklärte, dass solche Wetterlagen früher als nahezu unmöglich galten. Nach Auswertungen von Wetterdaten aus den Jahren 1979 bis 2025 liege die Wahrscheinlichkeit für eine derart lang anhaltende Hitzewelle im Mai bei nur eins zu tausend.

Wissenschaftler betonen, dass die aktuelle Entwicklung den bisherigen Klimaprognosen entspricht. Hitzewellen treten häufiger auf, werden intensiver und beginnen deutlich früher im Jahr als noch vor einigen Jahrzehnten. Für Frankreich sei deshalb nicht mehr die Frage entscheidend, ob die Temperaturen irgendwann die Marke von 50 Grad überschreiten, sondern wann dies geschehen werde.

Ausgelöst wird die extreme Hitze durch eine sogenannte „Hitzeglocke“ oder „Heat Dome“. Ein stabiles Hochdruckgebiet hat sich über Westeuropa festgesetzt und blockiert kühlere Luftmassen vom Atlantik. Gleichzeitig strömt heiße Luft aus Nordafrika nach Europa und bringt zusätzlich Saharastaub mit sich.

Tote und gesundheitliche Notfälle durch die Hitze

Im Zusammenhang mit der Hitzewelle wurden in Frankreich bereits mindestens sieben Todesfälle gemeldet. Fünf Menschen ertranken beim Baden, zwei weitere starben während sportlicher Aktivitäten in Paris und im Raum Lyon.

Auch in Großbritannien kamen seit Sonntag vier Jugendliche ums Leben, nachdem sie in Seen baden gegangen waren. Behörden weisen darauf hin, dass Menschen während extremer Hitze verstärkt Abkühlung an Gewässern suchen – oft an ungesicherten und gefährlichen Orten.

Besonders dramatisch war die Situation an einer Grundschule in Soustons im Südwesten Frankreichs. Wegen eines Glasdachs stieg die Temperatur im Gebäude auf bis zu 53 Grad Celsius. Nach Angaben der Schule verlor ein Kind das Bewusstsein, mehreren weiteren Schülern wurde übel. Der Unterricht wurde daraufhin abgesagt. Rund 350 Kinder erhielten stattdessen kostenlosen Zugang zum örtlichen Freibad. Die Sanierung des Schulgebäudes soll mindestens zwei Jahre dauern.

Selbst Spitzensportler leiden unter den Temperaturen

Die extreme Hitze beeinflusst inzwischen auch internationale Sportveranstaltungen. Beim French Open klagte die Nummer eins der Tenniswelt Jannik Sinner über Schwindel, Erschöpfung und Dehydrierung bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius.

Nach seinem Match erklärte der Italiener, er könne sich nicht erinnern, sich jemals so schwach gefühlt zu haben.

Europa erwärmt sich schneller als andere Kontinente

Nach Angaben des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus erwärmt sich Europa seit den 1980er Jahren etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Damit gilt Europa als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde.

Ein neuer Bericht der Weltorganisation für Meteorologie prognostiziert zudem eine Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent, dass die Temperaturrekorde des bisherigen Rekordjahres 2024 bis spätestens 2030 erneut übertroffen werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die globale Durchschnittstemperatur zwischen 2026 und 2030 in mindestens einem Jahr dauerhaft mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegt, wird sogar auf 91 Prozent geschätzt.

Der Leiter der Klimamission der Vereinten Nationen, Simon Stiell, bezeichnete die aktuelle Hitzewelle als deutliches Warnsignal für die Folgen der globalen Klimakrise – sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft.

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