Die russischen Behörden haben erstmals offen Schwierigkeiten bei der Treibstoffversorgung auf der von Russland besetzten Krim eingeräumt. Nach einer Reihe von Angriffen auf Öl- und Treibstoffanlagen in verschiedenen Regionen Russlands wurden auf der Halbinsel Beschränkungen für den Benzinverkauf eingeführt. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Benzinabgabe auf der Krim wird begrenzt
Nach Angaben des Instituts für Kriegsstudien (ISW) dürfen Autofahrer künftig maximal 20 Liter Benzin pro Fahrzeug tanken. Um Kraftstoff zu erhalten, ist ein persönlicher QR-Code erforderlich, der einem bestimmten Fahrzeug zugeordnet wird.
Diese Regelung wurde vom von Moskau eingesetzten Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, bestätigt. Demnach werden die QR-Codes über den staatlich kontrollierten Messenger „Max“ ausgegeben. Die russische Verwaltung begründet die Maßnahme mit dem Ziel, Hamsterkäufe, Spekulationen und lange Warteschlangen an Tankstellen zu verhindern.
Die Einschränkungen gelten als erstes offizielles Eingeständnis von Versorgungsproblemen auf der besetzten Halbinsel nach wiederholten Angriffen auf russische Logistik- und Energieeinrichtungen.
Ukraine erhöht den Druck auf Verkehrswege zur Krim
Gleichzeitig setzt die Ukraine ihre Angriffe auf wichtige Verkehrsverbindungen zwischen der besetzten Krim und den von Russland kontrollierten Gebieten fort.
Nach Angaben der Besatzungsverwaltung in der Region Cherson wurde die Tschonhar-Brücke bereits den zweiten Abend in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt. Aufgrund der Schäden wurde der Verkehr über die Brücke vorübergehend eingestellt. Autofahrern wird empfohlen, die längere Route über Perekop zu nutzen.
Die Verbindung über Tschonhar zählt zu den wichtigsten Landwegen für die Versorgung der Halbinsel. Schäden an dieser Route erschweren den Transport von Waren und die Versorgung der Krim.
Russland sucht nach alternativen Versorgungswegen
Die Krim besitzt für Russland eine hohe strategische Bedeutung und dient als wichtiger logistischer Knotenpunkt sowie als Ausgangsbasis für militärische Operationen im Süden der Ukraine.
Die wichtigsten Landverbindungen zur Halbinsel führen über die Landenge von Perekop und über Tschonhar. Von Osten aus besteht die Verbindung über die Krim-Brücke bei Kertsch. Russische Stellen haben jedoch wiederholt auf Sicherheitsrisiken bei der Nutzung der Brücke für bestimmte Gütertransporte, darunter auch Treibstofflieferungen, hingewiesen.
Nach den Einschränkungen im Fährverkehr baute Russland zudem eine neue Versorgungsroute entlang der Küste des Asowschen Meeres aus. Nach Berichten russischer und ukrainischer Quellen gerät jedoch auch diese Strecke regelmäßig in den Aktionsradius ukrainischer Drohnen.
Angesichts wachsender logistischer Herausforderungen hat die Besatzungsverwaltung auf der Krim nun den Verkauf von Kraftstoff rationiert, um die Versorgung zu stabilisieren und die Verteilung besser zu kontrollieren.
Lesen Sie auch: Paschinjans Partei „Zivilvertrag“ gewinnt die Parlamentswahl in Armenien mit 49,8 Prozent. EU und Frankreich begrüßen das Wahlergebnis.