Startseite PolitikSven Müller verlässt die CDU nach 44 Jahren. Auslöser sind der Streit um eine AfD-Abstimmung in Sachsen-Anhalt und seine Kritik am politischen Kurs der Partei.

Sven Müller verlässt die CDU nach 44 Jahren. Auslöser sind der Streit um eine AfD-Abstimmung in Sachsen-Anhalt und seine Kritik am politischen Kurs der Partei.

von Johanna Richter
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Sven Müller verlässt die CDU nach 44 Jahren. Auslöser sind der Streit um eine AfD-Abstimmung in Sachsen-Anhalt und seine Kritik am politischen Kurs der Partei.

Sven Müller, ein bekannter Vertreter der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, hat seinen Austritt aus der Christlich Demokratischen Union (CDU) erklärt. Nach 44 Jahren Mitgliedschaft zieht er damit die Konsequenzen aus zunehmenden politischen Differenzen mit der Parteiführung. Ausschlaggebend waren die Ereignisse im Landtag von Sachsen-Anhalt rund um eine Abstimmung über einen Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD). Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu ndr.

Warum Sven Müller nach 44 Jahren aus der CDU austritt

Müller, der als Sprecher der Unternehmensverbände tätig ist, begründet seinen Parteiaustritt mit wachsender Unzufriedenheit über die politische Ausrichtung der CDU. Seiner Ansicht nach fehlt es der Partei zunehmend an klaren Positionen und einer konsequenten Führung bei grundlegenden politischen Fragen.

Den unmittelbaren Anlass lieferte eine Abstimmung am 6. Oktober im Landtag von Sachsen-Anhalt. Ein Kandidat der AfD erhielt dabei offenbar mehr Stimmen, als allein durch die Abgeordneten der AfD und des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) zu erklären wären.

In der politischen Debatte kam deshalb der Verdacht auf, dass auch Abgeordnete anderer Parteien, möglicherweise der CDU, für den AfD-Kandidaten gestimmt haben könnten. Gesicherte Erkenntnisse darüber, welche Abgeordneten die Kandidatur tatsächlich unterstützten, liegen jedoch nicht vor.

Müller kritisierte insbesondere die aus seiner Sicht fehlende eindeutige Reaktion der Christdemokraten auf die Abstimmung. Der Umgang seiner Partei mit diesem Vorgang habe schließlich den Ausschlag für seinen Austritt gegeben.

Müller kritisiert die CDU-Führung und vermisst eine klare politische Linie

Trotz seines Austritts betont Müller, dass er seinen christdemokratischen Überzeugungen weiterhin treu bleibe. Seine Entscheidung richte sich gegen den gegenwärtigen Zustand der CDU, nicht gegen die politischen Grundwerte, die er seit Jahrzehnten vertrete.

Die Entwicklung seiner bisherigen Partei beschreibt er mit einem deutlichen Vergleich: Die CDU gleiche einem „Schiff ohne Kapitän auf dem Wasser“.

Damit bringt Müller seine Kritik an der politischen Orientierung und Führung der Christdemokraten zum Ausdruck. Nach seiner Einschätzung fehlt der Partei eine erkennbare Richtung, an der sich Mitglieder und Wähler orientieren können.

Die derzeitige Entwicklung der CDU entspreche nicht mehr seinen Vorstellungen von christdemokratischer Politik.

CDU-Austritt steht laut Müller nicht im Zusammenhang mit Wahlergebnissen

Sven Müller stellte ausdrücklich klar, dass seine Entscheidung nicht auf die Wahlniederlage der Christdemokraten in Mecklenburg-Vorppommern oder deren anschließenden Ausscheiden aus dem Landtag zurückzuführen sei.

Auch einen Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit als Vertreter der Unternehmensverbände wies er zurück.

Als entscheidenden Grund für das Ende seiner 44-jährigen Parteimitgliedschaft nannte Müller vielmehr die politischen Differenzen, die sich durch die Abstimmung in Sachsen-Anhalt weiter verschärft hätten.

Sein Austritt sei somit eine persönliche politische Entscheidung und keine Reaktion auf berufliche Interessen oder regionale Wahlergebnisse.

CDU Mecklenburg-Vorpommern meldet keine weiteren Parteiaustritte

Innerhalb des CDU-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern hat Müllers Entscheidung bislang offenbar keine größere Austrittswelle ausgelöst.

Ein Parteisprecher erklärte auf Nachfrage, dass in den vergangenen Tagen keine weiteren Austrittserklärungen eingegangen seien.

Nach dem Stand vom 7. Oktober 2026 blieb Müllers Schritt damit der einzige öffentlich bekannte Parteiaustritt im Landesverband, der im Zusammenhang mit der umstrittenen Abstimmung über den AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt steht.

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