Monika und Wolfgang Hotfilter aus Osnabrück sind ihrem außergewöhnlichen Orion-Wohnmobil seit vier Jahrzehnten treu. Das Fahrzeug ist rund 50 Jahre alt, hat inzwischen etwa 500.000 Kilometer zurückgelegt und zahlreiche Regionen Europas bereist. Trotz seines Alters nutzen die Eheleute den Orion weiterhin für lange Touren – von Italien bis zum Nordkap, wo sie bei Temperaturen von bis zu minus 35 Grad unterwegs waren. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu kreiszeitung.de.
Seltener Orion sorgt auf dem Stellplatz in Dörverden für Aufmerksamkeit
Vor Kurzem machten Monika und Wolfgang auf einem Wohnmobilstellplatz in Dörverden Halt. Während der sommerlichen Hitze parkten sie ihren Orion samt Anhänger in der Nähe des Kulturensembles Ehmken Hoff, stellten einen Sonnenschirm auf und nahmen in ihren Campingstühlen Platz. Ihr Hund Tuka suchte sich derweil einen schattigen Platz.
Zwischen modernen Reisemobilen fällt der Oldtimer sofort auf. Die ungewöhnlich rundliche Karosserie erinnert an ein Fahrzeug aus einem Science-Fiction-Film vergangener Jahrzehnte und zieht regelmäßig neugierige Blicke auf sich.
Moderne Wohnmobile mit digitaler Steuerung, Touchscreens und Smartphone-Apps sind für die Hotfilters kein Grund, sich von ihrem alten Fahrzeug zu trennen. Sie bevorzugen die klassische Art des Reisens und betrachten den Orion längst als festen Bestandteil ihrer Familiengeschichte.
Das Wohnmobil wurde ursprünglich auf einem Hanomag-Fahrgestell gebaut
Der Orion gehört zu den seltenen Modellen, die heute bei Liebhabern historischer Reisefahrzeuge besonders gefragt sind. Ein früher Prototyp aus dem Jahr 1968 war ursprünglich sogar als Amphibienfahrzeug konzipiert worden. Die späteren Serienmodelle auf Hanomag-Basis verfügten allerdings nicht mehr über diese Eigenschaft.
Monika und Wolfgang sind die dritten Besitzer ihres Exemplars. Als sie das Fahrzeug vor rund 40 Jahren kauften, besaß es noch ein Hanomag-Fahrgestell. Später wurde die technische Basis auf Mercedes umgebaut. Die ursprüngliche, in Detmold gefertigte Karosserie blieb jedoch erhalten.
Nach Angaben von Wolfgang ist das Fahrzeug trotz seines hohen Alters weiterhin zuverlässig und für lange Reisen geeignet.
Der Orion ist etwa sechs Meter lang und mehr als zwei Meter breit. Im Innenraum befindet sich alles, was das Ehepaar für längere Aufenthalte unterwegs benötigt.
Die Motorleistung wurde nahezu verdoppelt
Im Laufe der Jahrzehnte hat Wolfgang Hotfilter zahlreiche technische Veränderungen selbst vorgenommen. Eine der größeren Umbauten erfolgte bereits 1993.
Ursprünglich leistete der Motor lediglich 54 PS. Nach der Überarbeitung konnte die Leistung nahezu verdoppelt werden. Gleichzeitig erhielt der Innenraum eine Holzverkleidung, die bis heute den Charakter klassischer Wohnmobile aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägt.
Monika räumt ein, dass ihr Orion beim Komfort nicht mit einem modernen Luxus-Wohnmobil mithalten könne. Für ihre Reisen sei jedoch alles vorhanden, was sie benötigen.
Seit dem Kauf hat das Paar selbst rund 400.000 Kilometer mit dem Fahrzeug zurückgelegt. Insgesamt zeigt der Kilometerzähler inzwischen etwa 500.000 Kilometer an.
Mit dem Orion durch fast ganz Europa
Hohe Geschwindigkeit gehört nicht zu den Stärken des historischen Wohnmobils. Wolfgang beschreibt das Reisetempo als eher gemütlich. Gerade dadurch könne man die Landschaft unterwegs intensiver wahrnehmen.
In vier Jahrzehnten haben die beiden zahlreiche europäische Länder besucht. Eine ihrer längeren Reisen führte sie für rund ein halbes Jahr nach Italien, unter anderem nach Sizilien und in die Toskana.
Besonders gern ist das Ehepaar im Winter unterwegs. In der kalten Jahreszeit besuchen Monika und Wolfgang regelmäßig Weihnachtsmärkte und wählen Routen, die viele andere Wohnmobilreisende eher im Sommer fahren würden.
Eine der außergewöhnlichsten Touren führte sie im Winter 2019 bis zum Nordkap. Nachts sanken die Temperaturen dort teilweise auf minus 35 Grad Celsius.
Auch unter diesen Bedingungen blieb der Orion einsatzfähig.
Das ungewöhnliche Wohnmobil wird immer wieder zum Gesprächsthema
Das seltene Fahrzeug sorgt fast überall für Aufmerksamkeit. Auch auf dem Stellplatz in Dörverden kamen andere Urlauber und Passanten auf das Ehepaar zu, betrachteten den Orion und erkundigten sich nach seiner Geschichte.
Die Hotfilters nehmen außerdem gelegentlich an Treffen von Besitzern ungewöhnlicher und historischer Wohnmobile teil. Dort geht es nicht nur um die Fahrzeuge selbst, sondern auch um technische Fragen, Reparaturen, Ersatzteile und Erfahrungen mit älteren Modellen.
Monika dokumentiert die Geschichte des Orion seit vielen Jahren in Fotoalben. Darin finden sich zahlreiche Aufnahmen von Reisen, Umbauten und früheren Stationen des Fahrzeugs – darunter auch Bilder aus der Zeit kurz nach dem Kauf vor rund 40 Jahren.
Ein Verkauf des Orion kommt für die Besitzer nicht infrage
Im Laufe der Jahre erhielt das Paar mehrfach Kaufangebote für sein seltenes Wohnmobil. Solche Fahrzeuge gelten wegen ihrer geringen Stückzahl und ihrer ungewöhnlichen Konstruktion heute als begehrte Sammlerstücke.
Monika und Wolfgang denken jedoch nicht daran, sich von ihrem Orion zu trennen. Nach Hunderttausenden Kilometern, zahlreichen Reisen durch Europa und vier gemeinsamen Jahrzehnten bleibt das Wohnmobil ihr Fahrzeug für weitere Touren.
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