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Ukraine meldet Angriffe mit „Flamingo“-Raketen auf Ziele in Russland. Moskau fordert von den USA und der Türkei Klarheit zu möglichen Waffenlieferungen.

von Johanna Richter
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Ukraine meldet Angriffe mit „Flamingo“-Raketen auf Ziele in Russland. Moskau fordert von den USA und der Türkei Klarheit zu möglichen Waffenlieferungen.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Serie von Langstreckenangriffen auf russisches Staatsgebiet durchgeführt. Getroffen worden seien Einrichtungen, die mit Militärluftfahrt, Raketenproduktion und satellitengestützter Kommunikation in Verbindung stehen. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj kamen bei einem der Angriffe ukrainische Marschflugkörper vom Typ „Flamingo“ zum Einsatz. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu aljazeera.

Gleichzeitig forderte Russland von den USA und der Türkei Aufklärung über Berichte, wonach eine größere Menge amerikanischer Waffen und Munition für eine mögliche Weitergabe an die Ukraine vorbereitet werden könnte.

„Flamingo“-Raketen gegen ein Ziel in der Region Samara eingesetzt

Wolodymyr Selenskyj erklärte am 15. August, ukrainische Streitkräfte hätten bei einem Angriff auf ein Ziel in der russischen Region Samara selbst entwickelte „Flamingo“-Marschflugkörper eingesetzt.

Nach seinen Angaben richtete sich der Angriff gegen einen Komplex, der mit der russischen Raketen- und Raumfahrtindustrie sowie mit Unternehmen der Raumfahrtagentur Roskosmos verbunden ist. Die ukrainische Seite geht davon aus, dass die Anlage nicht nur für zivile Raumfahrtprogramme von Bedeutung ist, sondern auch für den russischen militärisch-industriellen Komplex. Dort sollen unter anderem Raketentechnik und elektronische Komponenten hergestellt werden.

Die Anlage liegt rund 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Damit unterstreicht der Angriff die Fähigkeit der Ukraine, Ziele weit im russischen Hinterland zu erreichen.

Selenskyj erklärte, Kiew werde seine Strategie fortsetzen, Russlands militärische Kapazitäten durch Angriffe auf Einrichtungen zu schwächen, die für die Versorgung und Produktion der Streitkräfte wichtig sind.

Der ukrainische Präsident stellte die Angriffe in den Zusammenhang einer langfristigen Strategie, mit der militärisch relevante Infrastruktur gezielt beschädigt werden soll.

Ukraine meldet Angriff auf Luftwaffenstützpunkt Sawasleika

Ein weiteres Ziel der ukrainischen Operation war nach Angaben aus Kiew der Luftwaffenstützpunkt Sawasleika. Er liegt etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Die ukrainische Seite sprach von einem erfolgreichen Angriff. Konkrete Angaben zum Umfang der Schäden oder zu möglichen Verlusten an Flugzeugen und anderer Technik wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Sawasleika wird von der russischen Militärluftfahrt genutzt und war bereits in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Langstreckenangriffe.

Militärflugplätze weit hinter der Front gehören zu den Zielen, die Kiew verstärkt ins Visier nimmt. Dadurch soll nach ukrainischer Darstellung der Einsatz von Kampfflugzeugen sowie die Nutzung von Lagern, Kommunikationssystemen und anderer militärischer Infrastruktur erschwert werden.

Samara meldet Luftabwehreinsatz und Schäden an Industrieanlagen

Auch die russische Seite bestätigte einen größeren Luftangriff auf die Region.

Der Bürgermeister von Samara, Iwan Noskow, erklärte, die russische Luftabwehr habe einen „massiven“ ukrainischen Angriff abgewehrt. Gleichzeitig bestätigte er Schäden an einzelnen Industrieanlagen.

Welche Betriebe konkret betroffen waren, teilten die russischen Behörden zunächst nicht mit. Auch zum genauen Ausmaß der Schäden lagen keine vollständigen Angaben vor.

Die Angaben beider Seiten zur Zahl der eingesetzten Raketen und Drohnen sowie zu abgeschossenen oder getroffenen Zielen lassen sich unabhängig nur teilweise überprüfen und können voneinander abweichen.

Drohne beschädigt Wohnhaus im Moskauer Gebiet

Auch aus der Region Moskau wurden Folgen eines ukrainischen Angriffs gemeldet.

In der Stadt Schatura traf eine Drohne ein Wohngebäude. Zwei Menschen wurden verletzt, darunter ein neunjähriges Kind.

Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrei Worobjow, erklärte, der Zustand des Kindes habe sich nach der medizinischen Behandlung stabilisiert.

Zum Ausmaß der Schäden am Gebäude und zum Zustand der zweiten verletzten Person wurden zunächst keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Russischer Angriff auf Marhanez: drei Monate altes Baby getötet

Am selben Tag setzte Russland seine Angriffe auf Ziele in der Ukraine fort.

In der Stadt Marhanez in der Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der örtlichen Behörden ein Mehrfamilienhaus getroffen. Dabei kam ein drei Monate altes Baby ums Leben.

Weitere Angaben zu Verletzten und zum Umfang der Zerstörungen wurden zunächst noch geprüft.

Die gegenseitigen Luftangriffe dauerten damit an, während beide Seiten ihre Einsätze gegen militärische, industrielle und infrastrukturelle Ziele ausweiten.

Moskau prüft Berichte über größeren Bestand amerikanischer Waffen

Parallel zu den Angriffen richtete Russland seine Aufmerksamkeit auf Berichte über mögliche neue Waffenlieferungen an die Ukraine.

Das russische Außenministerium erklärte, man wolle von Washington und Ankara Aufklärung über eine mögliche Übergabe einer größeren Menge US-amerikanischer Waffen und Munition erhalten, die sich nach russischer Darstellung in der Türkei befinden könnte.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, es könne sich um ein „beträchtliches Arsenal“ handeln.

Öffentliche Belege dafür, dass eine solche Lieferung bereits begonnen hat oder offiziell vereinbart wurde, legte die russische Seite zunächst nicht vor.

Moskau erklärte, die Umsetzung eines solchen Plans könne die Beziehungen Russlands sowohl zu den Vereinigten Staaten als auch zur Türkei erheblich belasten.

Russland erwartet Antworten von den USA und der Türkei

Sacharowa erklärte, Moskau erwarte offizielle Erläuterungen zu den Berichten über eine mögliche Weitergabe der Waffen.

Sollten sich die Informationen über die Lieferung größerer Mengen amerikanischer Waffen an die Ukraine bestätigen, werde Russland dies nach ihren Worten als einen Schritt betrachten, der die bilateralen Beziehungen deutlich verschärfen könnte.

Zum Zeitpunkt der russischen Stellungnahmen lagen keine öffentlich bekannten Bestätigungen aus den USA oder der Türkei für eine solche Waffenübergabe vor.

Die Diskussion über mögliche neue Lieferungen fällt in eine Phase, in der die Ukraine versucht, ihre eigene Produktion weitreichender Waffensysteme auszubauen und zugleich die Versorgung mit ausländischer Munition, Raketen und anderer Militärtechnik aufrechtzuerhalten.

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