Startseite AktuellesErdbeben der Stärke 7,7 erschüttert Flores in Indonesien. Mindestens 47 Tote, 2.000 Evakuierte und 275 Tonnen Hilfsgüter für die betroffenen Gebiete.

Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert Flores in Indonesien. Mindestens 47 Tote, 2.000 Evakuierte und 275 Tonnen Hilfsgüter für die betroffenen Gebiete.

von Johanna Richter
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Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert Flores in Indonesien. Mindestens 47 Tote, 2.000 Evakuierte und 275 Tonnen Hilfsgüter für die betroffenen Gebiete.

Ein schweres Erdbeben vor der indonesischen Insel Flores hat mindestens 47 Menschen das Leben gekostet. Rund 2.000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und sich in sicherere Gebiete begeben. Auf das Hauptbeben folgte eine Reihe starker Nachbeben, während Erdrutsche wichtige Verkehrsverbindungen auf der Insel blockierten. Die indonesische Regierung leitete eine umfangreiche Hilfsaktion ein und schickte 275 Tonnen humanitäre Güter in die betroffenen Regionen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu spiegel.

Erdbeben erreichte eine Stärke von 7,7

Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) erreichte das Erdbeben eine Magnitude von 7,7. Das Epizentrum lag etwa 70 Kilometer vor der Nordküste von Flores, der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von rund zehn Kilometern.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB teilte mit, dass bis zur Mittagszeit mindestens 47 Todesopfer bestätigt worden seien. Rund 2.000 Menschen wurden aus gefährdeten Gebieten evakuiert oder brachten sich selbst in Sicherheit.

Die Rettungskräfte versuchen weiterhin, die Zahl der Verletzten und das Ausmaß der Schäden zu erfassen. Die Arbeiten werden durch Störungen der Kommunikationsnetze und Schäden an der Verkehrsinfrastruktur erschwert.

Nach dem Hauptbeben wurden mehrere starke Nachbeben registriert, darunter Erschütterungen der Stärke 6,1 und 5,9. Nach Angaben des USGS leben etwa 1,5 Millionen Menschen in dem Gebiet, das von starken Erschütterungen betroffen war.

Erdrutsche blockieren wichtige Straße über die Insel

Zu den größten Problemen für die Einsatzkräfte gehören Erdrutsche, die durch das Erdbeben ausgelöst wurden. In der Region Ende blockierten sie Abschnitte der Trans-Flores-Straße, einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Insel.

Die rund 700 Kilometer lange Bergstraße verbindet Labuan Bajo im Westen von Flores mit Larantuka im Osten. Schäden und Blockaden erschweren den Transport von Hilfsgütern sowie den Zugang der Rettungskräfte zu einzelnen Ortschaften.

Der Polizeichef von Ost-Nusa-Tenggara, Rudy Darmoko, erklärte, die Behörden erhielten weiterhin Meldungen über beschädigte Gebäude und mögliche weitere Opfer. In einigen Regionen sei die Kommunikation unterbrochen, weshalb noch kein vollständiges Bild der Lage vorliege.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Orten nahe dem Epizentrum sowie Bergregionen, in denen nach den starken Nachbeben weitere Hangrutsche nicht ausgeschlossen werden können.

Behörden warnten zunächst vor einem Tsunami

Unmittelbar nach dem Erdbeben gaben die indonesischen Behörden eine Tsunamiwarnung heraus. Bewohner küstennaher Gebiete wurden aufgefordert, tiefer gelegene Regionen zu verlassen und sich auf höher gelegenes Gelände zu begeben.

In mehreren Orten entfernten sich Menschen vorsorglich von der Küste. Später wurde die Warnung wieder aufgehoben.

Die indonesische Behörde für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik erklärte, die Messdaten hätten keine gefährlichen Veränderungen des Meeresspiegels gezeigt, die eine unmittelbare Bedrohung für Küstenorte dargestellt hätten.

Trotz der aufgehobenen Warnung riefen die Behörden die Bevölkerung dazu auf, wegen weiterer möglicher Nachbeben und Erdrutsche vorsichtig zu bleiben.

Menschen flüchteten aus Gebäuden und Krankenhäusern

Die heftigen Erschütterungen waren in mehreren Städten auf Flores deutlich zu spüren. Auf einem von Reuters überprüften Video aus dem Hafen von Maumere ist zu sehen, wie Teile eines Gebäudes einstürzen. Menschen liefen anschließend auf die Straße.

Fernsehbilder zeigten zudem die Evakuierung von Patienten aus einem Krankenhaus im Gebiet Ende. Medizinische Einrichtungen in der betroffenen Region werden auf strukturelle Schäden untersucht, nachdem an mehreren Gebäuden Risse entdeckt worden waren.

Der Krankenhausmitarbeiter Lucas Lothar aus Maumere berichtete der Nachrichtenagentur AFP, die Erschütterungen hätten plötzlich eingesetzt und unter Patienten sowie Mitarbeitern Panik ausgelöst.

Nach seinen Angaben verließen Menschen die Gebäude, während an einigen Wänden deutliche Schäden sichtbar wurden.

Der Westen von Flores ist bei Touristen beliebt

Flores gehört zur indonesischen Provinz Ost-Nusa-Tenggara. Die langgestreckte Insel weist je nach Region deutliche Unterschiede bei Infrastruktur und touristischer Erschließung auf.

Der Westen von Flores ist vor allem durch die Stadt Labuan Bajo bekannt. Sie gilt als eines der wichtigsten Touristenzentren der Region und als Ausgangspunkt für Reisen in den Komodo-Nationalpark.

Besucher kommen unter anderem zum Tauchen, Schnorcheln und für Ausflüge zu den Inseln, auf denen Komodowarane leben. Die großen Echsen können eine Körperlänge von mehr als zwei Metern erreichen.

Die zentralen und östlichen Regionen von Flores sind deutlich weniger touristisch erschlossen. Viele Ortschaften liegen in bergigem Gelände und sind nur über wenige Straßen miteinander verbunden.

Regierung schickt 275 Tonnen humanitäre Hilfe

Nach den ersten Meldungen über das Ausmaß der Katastrophe begann die indonesische Regierung mit der Verlegung von Hilfsgütern nach Flores. Insgesamt sollen rund 275 Tonnen humanitäre Hilfe in die betroffenen Gebiete gebracht werden.

Die Lieferungen sind für Evakuierte sowie für Ortschaften vorgesehen, in denen Häuser und Infrastruktur beschädigt wurden. Dazu gehören Güter des täglichen Bedarfs und Ausrüstung für Rettungs- und Hilfskräfte.

Auch die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung leitete Hilfsmaßnahmen für die Bewohner der betroffenen Insel ein. Unterstützt werden unter anderem Menschen, die vorübergehend in Notunterkünften untergebracht sind.

Rettungsteams durchsuchen weiterhin beschädigte Gebäude und Gebiete, die von Erdrutschen betroffen sind.

EU-Kommission bietet Satellitenunterstützung an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bot Indonesien Unterstützung bei den Such- und Rettungsmaßnahmen an.

Dabei könnte unter anderem das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus zum Einsatz kommen. Dessen Satellitendaten werden genutzt, um nach Naturkatastrophen schnell Karten zu erstellen, Schäden einzuschätzen und besonders stark betroffene Gebiete zu identifizieren.

Solche Daten können insbesondere dort hilfreich sein, wo der Zugang über Straßen wegen Erdrutschen oder anderer Schäden eingeschränkt ist.

Warum Indonesien so häufig von Erdbeben betroffen ist

Indonesien liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone rund um den Pazifischen Ozean. Dort befinden sich zahlreiche aktive Vulkane und stark erdbebengefährdete Regionen.

Das Land besteht aus mehr als 17.000 Inseln und liegt im Bereich mehrerer tektonischer Platten. Deshalb kommt es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Eine der schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte Indonesiens ereignete sich im Dezember 2004 vor der Küste Sumatras. Das damalige Seebeben löste einen verheerenden Tsunami im Indischen Ozean aus. Allein in der indonesischen Provinz Aceh kamen rund 170.000 Menschen ums Leben.

Nach dem aktuellen Erdbeben auf Flores überwachen die indonesischen Behörden weiterhin die seismische Aktivität und warnen vor möglichen weiteren Nachbeben.

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