Elif Eralp, Vorsitzende der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, war mehrere Jahre lang passives Mitglied der Organisation Rote Hilfe. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die Organisation dem linksextremistischen Spektrum zu. Ein Sprecher der Fraktion bestätigte die Mitgliedschaft der Politikerin und erklärte, Eralp sei 2025 aus der Organisation ausgetreten. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.
Eralp trat der Roten Hilfe während ihres Studiums bei
Nach Angaben der Linksfraktion trat Elif Eralp der Roten Hilfe während ihres Jurastudiums bei. Ihre Mitgliedschaft wird als passiv beschrieben.
Im Jahr 2025 beendete die Politikerin ihre Mitgliedschaft. Ein Sprecher der Fraktion begründete den Austritt damit, dass Eralps politische Positionen in einigen Fragen von denen der Organisation abgewichen seien. Die Fraktion erklärte zudem, ihre Mitgliedschaft sei transparent gewesen.
Die Angaben erhielten nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus besondere Aufmerksamkeit. Die Linke erreichte 25,7 Prozent der Stimmen und wurde stärkste politische Kraft. Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin an.
Was macht die Rote Hilfe?
Die Rote Hilfe unterstützt Menschen aus dem linken politischen Spektrum, die strafrechtlich verfolgt werden oder sich in Haft befinden, unter anderem mit juristischer und finanzieller Hilfe. Die heutige Organisation wurde 1975 gegründet und sieht sich in der Tradition der Roten Hilfe Deutschlands, die 1924 entstand und der Kommunistischen Partei Deutschlands nahestand.
Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte die Rote Hilfe 2024 rund 14.400 Mitglieder und etwa 50 Ortsgruppen. Die Behörde bezeichnet sie als größte und eine der bedeutendsten Organisationen des deutschen linksextremistischen Spektrums.
Warum die Rote Hilfe vom Verfassungsschutz beobachtet wird
Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Rote Hilfe als linksextremistische Organisation ein. Nach Einschätzung der Behörde unterstützt sie unter anderem Personen, denen Straftaten mit linksextremistischem Hintergrund vorgeworfen werden. Zudem werfe die Organisation staatlichen Institutionen, Polizei und Justiz regelmäßig Repression vor.
Bei einzelnen Mitgliedern ist allerdings zwischen einer Mitgliedschaft in der Organisation und den persönlichen politischen Positionen zu unterscheiden. Eine frühere Mitgliedschaft Eralps bedeutet nicht automatisch, dass ihr sämtliche Positionen oder Aktivitäten der Roten Hilfe zugerechnet werden können.
Die Organisation wurde auch im Zusammenhang mit ehemaligen Mitgliedern der terroristischen Roten Armee Fraktion (RAF) thematisiert. Unter anderem äußerte sich die Rote Hilfe öffentlich zur Festnahme der mutmaßlichen früheren RAF-Angehörigen Daniela Klette. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führte diese Reaktion in seinem Bericht bei der Darstellung der Aktivitäten der Organisation an.
Bekanntwerden fällt in die Zeit der Berliner Koalitionsgespräche
Die Angaben über Eralps frühere Mitgliedschaft in der Roten Hilfe wurden kurz nach der Berliner Wahl öffentlich diskutiert. Die Linke erreichte 25,7 Prozent der Stimmen und begann Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung mit Grünen und SPD.
Eralp gehört zu den zentralen Personen ihrer Partei bei den Gesprächen über die künftige Zusammensetzung des Berliner Senats und strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an. Vor diesem Hintergrund wurde ihre frühere Mitgliedschaft in der Roten Hilfe auch zum Gegenstand der politischen Debatte über eine mögliche neue Koalition.
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