Die deutsche Polizei ermittelt gegen den Fahrer eines Sattelzugs, der auf der Autobahn A6 bei Sinsheim mit einer für einen Lastwagen außergewöhnlich hohen Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein soll. Bei einer Kontrolle registrierte der digitale Fahrtenschreiber eine Höchstgeschwindigkeit von 156 km/h. Zudem ergaben sich Hinweise auf eine mögliche Manipulation des Kontrollgeräts. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu auto-motor-und-sport.
Gefährliches Überholmanöver in einer Baustelle löste Polizeieinsatz aus
Der Vorfall ereignete sich am Abend des 25. Juni gegen 20:45 Uhr auf der A6 in Fahrtrichtung Heilbronn. Ein Verkehrsteilnehmer informierte die Polizei über einen Sattelzug, der mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit unterwegs war.
Nach bisherigen Erkenntnissen überholte der Lkw mehrere Fahrzeuge innerhalb eines Baustellenbereichs, in dem besondere Verkehrsregelungen galten. Der Zeuge schätzte die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf rund 140 km/h. Daraufhin leitete die Autobahnpolizei umgehend eine Kontrolle ein.
Fahrtenschreiber dokumentierte eine Geschwindigkeit von bis zu 156 km/h
Die Einsatzkräfte stoppten den Sattelzug und begleiteten ihn zur Tank- und Rastanlage Kraichgau, wo Spezialisten die Daten des digitalen Fahrtenschreibers auswerteten.
Dabei wurde eine aufgezeichnete Höchstgeschwindigkeit von 156 km/h festgestellt. Darüber hinaus entdeckten die Beamten Anhaltspunkte dafür, dass das Kontrollgerät möglicherweise manipuliert worden sein könnte.
Um eine Weiterfahrt zu verhindern, stellten die Polizisten die Fahrzeugschlüssel, den Führerschein sowie weitere erforderliche Dokumente des 25-jährigen Fahrers sicher.
Ermittlungen wegen möglicher Manipulation des Tachografen
Die Verkehrspolizei Mannheim untersucht den Fall gemeinsam mit Experten für den Schwerlastverkehr. Gegenstand der Ermittlungen sind sowohl der erhebliche Geschwindigkeitsverstoß als auch der Verdacht einer Manipulation des digitalen Fahrtenschreibers.
Zu Fahrzeug, Spedition oder Herkunftsland des Sattelzugs machten die Behörden bislang keine Angaben. Auch der genaue Abschnitt der Baustelle wurde nicht veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass die Kontrolle auf der Tank- und Rastanlage Kraichgau bei Sinsheim durchgeführt wurde.
Diese Konsequenzen könnten dem Fahrer drohen
Sollte sich die im Fahrtenschreiber dokumentierte Geschwindigkeit bestätigen, drohen dem Fahrer erhebliche Konsequenzen. Für Lastkraftwagen gilt auf deutschen Autobahnen grundsätzlich eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Ein derartiger Verstoß kann mit einem Bußgeld von 700 Euro, zwei Punkten im Fahreignungsregister sowie einem dreimonatigen Fahrverbot geahndet werden. Sollten zusätzlich ein Überholverbot in der Baustelle missachtet oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet worden sein, können weitere Sanktionen hinzukommen.
Unabhängig davon prüfen die Ermittler den Verdacht der Manipulation des digitalen Fahrtenschreibers. Sollte sich dieser bestätigen, könnte neben dem Bußgeldverfahren auch ein Strafverfahren wegen der Fälschung technischer Aufzeichnungen eingeleitet werden. Dafür sieht das deutsche Strafrecht Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.
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