Startseite AktuellesNach einem tödlichen Unwetter sperrt die Sächsische Schweiz Teile der Wälder bis 3. August. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Nach einem tödlichen Unwetter sperrt die Sächsische Schweiz Teile der Wälder bis 3. August. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

von Johanna Richter
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Nach einem tödlichen Unwetter sperrt die Sächsische Schweiz Teile der Wälder bis 3. August. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Nach einem schweren Unwetter hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Teile der betroffenen Waldgebiete vorübergehend gesperrt. Die Einschränkungen gelten bis zum 3. August um Mitternacht. In der Gefahrenzone befinden sich weiterhin umgestürzte Bäume, beschädigte Stämme und abgebrochene Baumkronen, die jederzeit herabstürzen können. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu welt.

Wer das Betretungsverbot missachtet, muss mit einem Bußgeld ab 2.500 Euro rechnen. In besonders schweren Fällen kann die Strafe nach Angaben der Kreisverwaltung bis zu 10.000 Euro betragen.

Unwetter entwurzelt Bäume bei Rathen

Das schwere Unwetter traf am Freitagabend mehrere Gebiete der Sächsischen Schweiz. Besonders angespannt war die Lage in der Nähe des Kurortes Rathen, der direkt an der Elbe und unweit der bekannten Felsformation Bastei liegt.

Nach ersten Angaben der Kreisverwaltung könnte sich während des Gewitters ein Tornado gebildet haben. Der starke Wind entwurzelte zahlreiche Bäume, brach Stämme ab und riss Baumkronen herunter. Einsatzkräfte beschrieben die Situation am Abend als chaotisch.

Besonders gefährlich bleiben die Gebiete rund um den Amselsee und die Schwedenlöcher. Dort stürzten viele Bäume auf Wanderwege, Straßen und Hänge. Einige beschädigte Stämme hängen weiterhin in benachbarten Bäumen fest und könnten bei Windböen oder während der Aufräumarbeiten herabfallen.

Die Behörden forderten Touristen deshalb auf, Absperrungen nicht zu umgehen und gesperrte Bereiche auch nicht über alternative Wege zu betreten.

38-jähriger Mann von Baum erschlagen

Während des Unwetters kam im Raum Rathen ein 38 Jahre alter Mann ums Leben. Nach Angaben der Rettungskräfte wurde er von einem umstürzenden Baum getroffen. Drei weitere Menschen erlitten an anderen Orten schwere Verletzungen.

Die Polizei teilte mit, dass das gesamte betroffene Gebiet auch am Samstag abgesperrt blieb. Der Zugang zu Wanderwegen und Waldpfaden wurde geschlossen. Die Ermittler prüfen weiterhin die genauen Umstände des Todesfalls.

Nach einer ersten Einschätzung der Feuerwehrleitstelle könnten außergewöhnlich starke Windböen im Bereich des Amselsees und der Schwedenlöcher für die umgestürzten Bäume verantwortlich gewesen sein.

Am Samstag reiste Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nach Rathen. Er besuchte die Einsatzleitung der Feuerwehr im Nationalpark Sächsische Schweiz und sprach mit den beteiligten Rettungskräften.

40 Menschen aus Gefahrenzone evakuiert

Die Integrierte Regionalleitstelle Dresden teilte mit, dass rund 40 Menschen aus dem betroffenen Gebiet evakuiert wurden. Die Suche nach möglichen weiteren Verletzten dauerte bis in die späten Abendstunden.

An dem Einsatz waren Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Bergwacht und das Deutsche Rote Kreuz beteiligt. Zur Kontrolle schwer zugänglicher Bereiche kamen auch Drohnen zum Einsatz.

Vermisstenmeldungen lagen nicht vor. Dennoch überprüften die Einsatzkräfte Berghänge, Wanderwege und von Bäumen verschüttete Flächen.

Kai Kranich von der Bergwacht erklärte, es habe sich offenbar um eine sehr lokal begrenzte, aber äußerst intensive Unwetterzelle gehandelt. Seinem Eindruck nach könnte an einer Stelle ein Teil des Hanges abgerutscht sein, woraufhin mehrere Bäume ins Tal stürzten.

Die Aufräumarbeiten begannen am Samstag. Einsatzkräfte beseitigten Bäume von Straßen und Zufahrten. Große Teile des Waldes blieben jedoch wegen der Gefahr weiterer Abstürze unzugänglich.

Felsenbühne sagt Vorstellungen ab

Rathen gehört zu den beliebtesten Tourismusorten der Sächsischen Schweiz. Der Kurort liegt in der Nähe der bekannten Basteibrücke und wird besonders häufig von Tagesausflüglern besucht.

In der Umgebung befindet sich die Felsenbühne Rathen, die Platz für rund 2.000 Zuschauer bietet. Sie zählt zu den größten Naturtheatern Sachsens.

Wegen der Unwetterschäden sagte die Theaterleitung alle geplanten Vorstellungen mindestens bis Montag ab. Intendant Johannes Gärtner begründete die Entscheidung mit der Sicherheit von Besuchern, Künstlern und Beschäftigten.

In der Umgebung der Bühne blieben Rettungskräfte im Einsatz. Zugänge zu einzelnen Wegen wurden gesperrt. Touristen wurden aufgefordert, Reisen in das betroffene Gebiet bis zum Abschluss der dringendsten Arbeiten zu vermeiden.

Wetterdienst hatte vor schweren Gewittern gewarnt

Der Deutsche Wetterdienst hatte für weite Teile Sachsens vor schweren Gewittern gewarnt. In den Prognosen wurde auf die Gefahr von Blitzeinschlägen, umstürzenden Bäumen, Gebäudeschäden und umherfliegenden Gegenständen hingewiesen.

Die Warnung galt auch für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, zu dem Rathen gehört. Nach dem Unwetter verschärften die Behörden die Einschränkungen und sperrten die am stärksten beschädigten Waldgebiete offiziell.

Über eine Wiedereröffnung der Wege soll erst nach einer Kontrolle von Bäumen, Hängen und touristischer Infrastruktur entschieden werden. Bis dahin dürfen Besucher die gesperrten Gebiete nicht betreten, selbst wenn dort keine sichtbaren Rettungsarbeiten stattfinden.

Feuerwehr in Hamburg erhält fast 100 Einsätze

Schwere Gewitter verursachten auch in anderen Regionen Deutschlands Schäden. In Hamburg rückte die Feuerwehr am Abend zu fast 100 Einsätzen aus.

Zwischen 18.30 und 21.00 Uhr registrierte die Leitstelle 85 Meldungen im Zusammenhang mit Wasser und Überflutungen. Weitere zwölf Einsätze betrafen drohende Abstürze von Zäunen, Dachziegeln und anderen Bauteilen.

Verletzte wurden in Hamburg nicht gemeldet. Einen großen Teil der Einsätze konnten die Rettungskräfte ohne zusätzliche Verstärkung bewältigen.

Nach Angaben der Feuerwehr gingen auf dem Höhepunkt des Unwetters nahezu im Minutentakt neue Notrufe ein. Besonders betroffen waren die nördlichen und südlichen Randgebiete der Stadt.

Bäume stürzen in Stuttgart auf Autos und Gleise

In Stuttgart führte das Gewitter zum Umsturz zahlreicher Bäume. Sie beschädigten Autos, Straßen, Stromleitungen und Teile der Verkehrsinfrastruktur.

Die Feuerwehr erhielt rund 50 Einsatzmeldungen. Mehr als 120 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren waren mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt.

Die Arbeiten dauerten bis nach Mitternacht. Die Einsatzkräfte räumten Straßen, pumpten Wasser aus überfluteten Unterführungen und entfernten Bäume aus der Nähe von Wohnhäusern.

Ein Baum stürzte auf eine Straße und beschädigte die Gleise der Stadtbahn. Der Verkehr war dort mehrere Stunden unterbrochen. Ein weiterer Baum riss eine Stromleitung herunter.

Mehrere umgestürzte Bäume blockierten zudem den Zugang zu einem Krankenhausgelände. Verletzte wurden in der Stadt zunächst nicht gemeldet.

Das Unwetter erreichte die baden-württembergische Landeshauptstadt gegen 20.20 Uhr. Meteorologen hatten Windböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde, Hagel mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimetern und bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter vorhergesagt. Lokal waren bis zu 40 Liter möglich.

Blitzschlag löst Waldbrand in Bayern aus

In Oberbayern löste ein Blitzschlag einen Brand am Hochstaufen bei Bad Reichenhall aus. Nach Angaben der Polizei brach das Feuer am Freitagabend aus.

Der Regen schwächte die Flammen, in dem schwer zugänglichen Berggebiet blieben jedoch Glutnester bestehen. Wegen der Dunkelheit konnten Hubschrauber nicht sofort mit dem Löscheinsatz beginnen.

Die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr warnten Einwohner und Touristen vor erheblichen Gefahren. Die Menschen wurden aufgefordert, sich dem Brandgebiet wegen der Gefahr schwerer oder tödlicher Verletzungen nicht zu nähern.

Warnungen auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Unwetterwarnungen galten außerdem für Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Sachsen-Anhalt betrafen sie Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau, den Burgenlandkreis, den Altmarkkreis Salzwedel sowie die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Börde, Stendal, Harz, Mansfeld-Südharz, Wittenberg, Jerichower Land, Saalekreis und Salzlandkreis.

In Thüringen galten Warnungen für den Ilm-Kreis, den Saale-Orla-Kreis, den Kyffhäuserkreis, den Saale-Holzland-Kreis sowie die Landkreise Altenburger Land, Sömmerda, Sonneberg, Greiz, Saalfeld-Rudolstadt, Weimarer Land und Nordhausen.

Auch in den Städten Gera, Jena und Weimar wurden gefährliche Wetterbedingungen erwartet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Wälder, Parks und offene Flächen während der Gewitter zu meiden, Fahrzeuge nicht unter Bäumen abzustellen und die amtlichen Warnungen zu beachten.

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