Startseite AktuellesEin US-Pilot wurde nach der Landung in Papua getötet. Separatisten sprechen von einer Botschaft an die USA. Sieben weitere Passagiere blieben unverletzt.

Ein US-Pilot wurde nach der Landung in Papua getötet. Separatisten sprechen von einer Botschaft an die USA. Sieben weitere Passagiere blieben unverletzt.

von Johanna Richter
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Ein US-Pilot wurde nach der Landung in Papua getötet. Separatisten sprechen von einer Botschaft an die USA. Sieben weitere Passagiere blieben unverletzt.

In der indonesischen Provinz Papua haben separatistische Rebellen einen US-amerikanischen Piloten eines kleinen Zivilflugzeugs getötet und das Flugzeug nach der Landung in Brand gesetzt. Die Gruppe bezeichnete den Angriff als „Botschaft“ an die Vereinigten Staaten. Die indonesischen Behörden untersuchen den Vorfall. Nach offiziellen Angaben befanden sich sieben weitere Passagiere an Bord, die unverletzt blieben. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.

US-amerikanischer Pilot nach Landung erschossen

Nach Angaben der indonesischen Behörden und internationaler Medien ereignete sich der Vorfall am Donnerstag auf dem Flugplatz Ipdeheik im Bezirk Yahukimo in der Provinz Papua Highlands. Kurz nach der Landung brach der Kontakt zu dem Flugzeug ab.

Bei dem Opfer handelt es sich um den US-Bürger Nicholas F. Gosselin, der als Pilot für die indonesische Fluggesellschaft PT AMA tätig war. Seine Leiche wurde am folgenden Tag von Soldaten des Einsatzkommandos „Habema“ gefunden, das an Operationen gegen separatistische Gruppen beteiligt ist.

Nach Angaben der Behörden führte das Flugzeug einen zivilen Flug von Wamena zu einer abgelegenen Ortschaft im Bezirk Yahukimo durch. Neben dem Piloten befanden sich sieben Einheimische an Bord, die nach dem Angriff unverletzt in Sicherheit gebracht wurden.

Rebellen begründen den Angriff mit Flugverbot

Die Verantwortung für den Angriff übernahm die Nationale Befreiungsarmee Westpapuas (TPNPB). Ihr Sprecher Sebby Sambom erklärte, das Flugzeug habe ein von der Gruppe verhängtes Flugverbot über Gebieten missachtet, die sie als ihr Einsatzgebiet betrachtet.

Nach seinen Angaben würden zivile Flugzeuge genutzt, um indonesische Soldaten sowie Versorgungsgüter in entlegene Regionen Papuas zu transportieren. Deshalb sei das Flugzeug angegriffen worden, nachdem es trotz einer Warnung seinen Flug fortgesetzt habe.

Die indonesischen Streitkräfte weisen diese Vorwürfe zurück. Nach ihren Angaben handelte es sich ausschließlich um einen zivilen Flug. Eine unabhängige Bestätigung der gegenseitigen Behauptungen liegt bislang nicht vor.

Separatisten sprechen von einer „Botschaft“ an die USA

Vertreter der TPNPB erklärten, der Angriff stehe im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen der 1960er Jahre. Das damalige New Yorker Abkommen ebnete den Weg dafür, dass das ehemalige Niederländisch-Neuguinea unter indonesische Kontrolle gelangte.

Sebby Sambom erklärte, die Tötung des amerikanischen Piloten sei eine Botschaft an die Regierungen der Vereinigten Staaten, der Niederlande sowie an die internationale Gemeinschaft. Aus Sicht der Separatisten tragen sie Mitverantwortung für den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt in Papua. Zudem warf er den Vereinten Nationen vor, die Ursachen des Konflikts zwischen den indonesischen Sicherheitskräften und der Nationalen Befreiungsarmee Westpapuas nicht gelöst zu haben.

USA reagieren auf den Tod ihres Staatsbürgers

Das US-Außenministerium teilte mit, dass es in engem Kontakt mit den indonesischen Ermittlungsbehörden sowie der Familie des getöteten Piloten stehe. Die Vereinigten Staaten verfolgten die Entwicklungen aufmerksam, wollten sich darüber hinaus jedoch nicht weiter äußern.

Bewohner befürchten neue Militäroperation

Nach dem Angriff verließen zahlreiche Bewohner der Region ihre Dörfer aus Angst vor einer militärischen Gegenoffensive der indonesischen Streitkräfte. Darauf machte Eneko Bahabol vom Papuanischen Kirchenrat aufmerksam.

Nach seinen Angaben wurde die militärische Präsenz Indonesiens in Papua in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Menschenrechtsvertreter weisen darauf hin, dass die Zahl der stationierten Soldaten im Verhältnis zur Bevölkerung inzwischen zu den höchsten des Landes zählt.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits im Jahr 2024. Damals hielt dieselbe Rebellengruppe einen neuseeländischen Piloten 19 Monate lang als Geisel. Erst nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Regierungen Indonesiens und Neuseelands kam er wieder frei.

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