In Deutschland wächst der Anteil junger Menschen, die weder arbeiten noch studieren oder eine berufliche Ausbildung absolvieren. Im Jahr 2025 gehörten 10 Prozent der 20- bis 24-Jährigen zu dieser Gruppe. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.
Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf internationalen Vergleichszahlen von Eurostat basieren. Trotz des Anstiegs in den vergangenen Jahren liegt Deutschland weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union.
Anteil junger Menschen ohne Arbeit und Ausbildung steigt
Zur Bewertung der Situation wird international die sogenannte NEET-Quote verwendet. Die Abkürzung steht für Not in Employment, Education or Training und bezeichnet junge Menschen, die weder beschäftigt sind noch eine Schule, Hochschule oder berufliche Ausbildung besuchen.
Im Jahr 2025 lag die NEET-Quote unter den 20- bis 24-Jährigen in Deutschland bei 10 Prozent. Zum Vergleich: 2022 waren es noch 8,8 Prozent. Damit ist der Anteil junger Menschen außerhalb von Beschäftigung und Bildung innerhalb weniger Jahre gestiegen.
Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um registrierte Arbeitslose. Zur NEET-Gruppe zählen auch Menschen, die vorübergehend keine Arbeit suchen oder auf einen Studien- beziehungsweise Ausbildungsplatz warten.
Warum junge Menschen weder arbeiten noch lernen
Die Gründe für diese Situation sind unterschiedlich. Nach den Daten, auf die sich die Statistiker beziehen, galt etwa ein Viertel der jungen Menschen in der NEET-Gruppe als arbeitssuchend.
Deutlich größer war jedoch der Anteil derjenigen, die zum Zeitpunkt der Erhebung dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung standen. Dieser lag bei rund 66 Prozent.
Zu den häufigsten Ursachen gehörten familiäre Verpflichtungen. Rund 20 Prozent gaben an, wegen der Betreuung von Kindern oder anderer Angehöriger weder arbeiten noch eine Ausbildung aufnehmen zu können.
Weitere 18 Prozent nannten gesundheitliche Einschränkungen als Grund. Etwa 17 Prozent suchten aus bildungsbezogenen Gründen keine Arbeit. Dazu gehörten beispielsweise junge Menschen, die auf einen Studienplatz, einen Ausbildungsplatz oder die Aufnahme an einer anderen Bildungseinrichtung warteten.
Deutschland liegt weiter unter dem EU-Durchschnitt
Trotz des Anstiegs ist die Situation in Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin günstiger. In den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union lag der Anteil der 20- bis 24-Jährigen ohne Arbeit und Ausbildung 2025 im Durchschnitt bei 12,9 Prozent.
Die niedrigste NEET-Quote unter den Ländern mit verfügbaren Daten wurde in den Niederlanden gemessen. Dort lag sie bei 5,6 Prozent. Schweden folgte mit 7,3 Prozent, Tschechien mit 7,6 Prozent.
Den höchsten Wert verzeichnete Rumänien mit 22,8 Prozent. Auch in Bulgarien mit 17,3 Prozent und Frankreich mit 16,2 Prozent lag der Anteil deutlich über dem EU-Durchschnitt. Für Luxemburg lagen zuletzt keine vergleichbaren aktuellen Daten vor.
Damit bleibt die Spannweite innerhalb der Europäischen Union groß: In Rumänien ist der Anteil junger Menschen ohne Arbeit und Ausbildung mehr als viermal so hoch wie in den Niederlanden.
Junge Frauen etwas häufiger betroffen
In Deutschland liegt die NEET-Quote unter jungen Frauen etwas höher als unter jungen Männern. Bei den 20- bis 24-jährigen Frauen beträgt sie 10,5 Prozent, bei den Männern 9,6 Prozent.
Eine ähnliche Differenz zwischen den Geschlechtern zeigt sich auch im Durchschnitt der Europäischen Union.
Deutlich anders fällt der Vergleich zwischen Großstädten und ländlichen Regionen aus. In deutschen Großstädten liegt der Anteil junger Menschen ohne Arbeit und Ausbildung bei 10,6 Prozent. In ländlichen Regionen beträgt er dagegen 7,9 Prozent.
In der EU ist die Lage auf dem Land anders
Im Durchschnitt der Europäischen Union zeigt sich dagegen das umgekehrte Bild. Dort ist der Anteil junger Menschen ohne Beschäftigung und Ausbildung gerade in ländlichen Regionen besonders hoch und erreicht 15,4 Prozent.
Damit unterscheidet sich Deutschland vom gesamteuropäischen Muster. Hier ist das Risiko, zur NEET-Gruppe zu gehören, statistisch gesehen in größeren Städten höher als auf dem Land.
Ein hoher Anteil junger Menschen, die über längere Zeit weder eine Ausbildung absolvieren noch studieren oder arbeiten, gilt als wichtiger sozial- und wirtschaftspolitischer Indikator. Die NEET-Quote wird unter anderem genutzt, um den Zugang zu Bildung, beruflicher Qualifizierung und den Einstieg junger Menschen in den Arbeitsmarkt zu bewerten.
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