Startseite FinanzenMütterrente III bringt Millionen Rentnern mehr Geld. Wer 2028 eine Nachzahlung erhalten kann und wie hoch die zusätzliche Rente ausfallen könnte.

Mütterrente III bringt Millionen Rentnern mehr Geld. Wer 2028 eine Nachzahlung erhalten kann und wie hoch die zusätzliche Rente ausfallen könnte.

von Johanna Richter
0 Kommentare
Mütterrente III bringt Millionen Rentnern mehr Geld. Wer 2028 eine Nachzahlung erhalten kann und wie hoch die zusätzliche Rente ausfallen könnte.

In Deutschland könnten rund zehn Millionen Rentnerinnen und Rentner von zusätzlichen Zahlungen durch die Reform der Mütterrente III profitieren. Die neuen Regelungen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Bei einem großen Teil der bereits laufenden Renten kann die technische Umsetzung jedoch erst 2028 erfolgen. Dadurch können rückwirkende Nachzahlungen für den vorherigen Zeitraum entstehen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu pnp.

Was sich mit der Mütterrente III ändert

Die Reform betrifft die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten bei der gesetzlichen Rente. Bislang gibt es dabei Unterschiede, die vom Geburtsjahr des Kindes abhängen.

Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, können derzeit höchstens zweieinhalb Jahre Kindererziehungszeit berücksichtigt werden. Bei Kindern, die 1992 oder später geboren wurden, sind es bis zu drei Jahre.

Mit der Mütterrente III soll diese Differenz ab dem 1. Januar 2027 beseitigt werden. Auch für vor 1992 geborene Kinder sollen künftig bis zu drei Jahre angerechnet werden.

Damit kommen pro betroffenem Kind weitere sechs Monate Kindererziehungszeit hinzu.

Wer durch die Mütterrente III mehr Geld bekommen kann

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei der Mütterrente nicht um eine eigenständige Rentenart und auch nicht um eine Leistung ausschließlich für Frauen. Die zusätzlichen Kindererziehungszeiten fließen direkt in die Berechnung der gesetzlichen Rente ein.

Von der Neuregelung können deshalb sowohl Mütter als auch Väter profitieren. Entscheidend ist, wem die entsprechenden Erziehungszeiten im persönlichen Rentenkonto zugeordnet wurden.

Für jedes vor 1992 geborene Kind kommt durch die Reform ein zusätzlicher halber Entgeltpunkt hinzu.

Nach dem derzeit verwendeten Rentenwert entspricht ein halber Entgeltpunkt rund 20,40 Euro monatlich. Wie hoch die tatsächliche zusätzliche Zahlung im Jahr 2028 ausfallen wird, lässt sich derzeit jedoch noch nicht endgültig bestimmen. Der Rentenwert wird regelmäßig angepasst.

Warum die Nachzahlung erst 2028 erfolgen kann

Rechtlich soll die neue Regelung bereits zum 1. Januar 2027 gelten. Die technische Umsetzung für Millionen bestehende Rentenfälle benötigt allerdings mehr Zeit.

Deshalb dürfte die Neuberechnung bei vielen Menschen, die bereits eine Rente beziehen, erst 2028 erfolgen.

Ansprüche für das Jahr 2027 sollen dadurch nicht verloren gehen. Besteht aufgrund der neuen Regelung ein Anspruch auf eine höhere Rente, soll die entsprechende Differenz rückwirkend ausgezahlt werden.

Anschließend wird die erhöhte Rente dauerhaft bei den monatlichen Zahlungen berücksichtigt.

Der Grund für die Verzögerung liegt vor allem im Umfang der Reform. Rund zehn Millionen Rentenfälle müssen überprüft und die jeweiligen Kindererziehungszeiten korrekt berücksichtigt werden.

Wie hoch die Nachzahlung ausfallen könnte

Die Höhe der zusätzlichen Rente hängt insbesondere davon ab, für wie viele vor 1992 geborene Kinder einer Person die entsprechenden Erziehungszeiten zugerechnet wurden.

Bei einem rechnerischen Betrag von rund 20,40 Euro monatlich pro Kind ergibt sich folgendes Beispiel:

Anzahl der KinderZusätzliche Rente pro MonatBetrag für 12 Monate
1 Kind20,40 Euro244,80 Euro
2 Kinder40,80 Euro489,60 Euro
3 Kinder61,20 Euro734,40 Euro
4 Kinder81,60 Euro979,20 Euro

Dabei handelt es sich lediglich um eine Beispielrechnung auf Grundlage des derzeitigen Wertes.

Die tatsächliche Nachzahlung im Jahr 2028 kann davon abweichen. Entscheidend ist unter anderem der Rentenwert, der für den jeweiligen Zeitraum gilt.

Wurden einem Rentner beispielsweise die Erziehungszeiten für drei vor 1992 geborene Kinder zugeordnet, würde die zusätzliche monatliche Rente nach dieser Beispielrechnung 61,20 Euro betragen. Auf zwölf Monate gerechnet wären das 734,40 Euro.

Muss die Mütterrente III beantragt werden?

Für die meisten Menschen, die bereits eine gesetzliche Rente beziehen, dürfte kein gesonderter Antrag auf die Mütterrente III erforderlich sein.

Sind die Kindererziehungszeiten bereits korrekt im Rentenkonto gespeichert, soll die Neuberechnung grundsätzlich automatisch erfolgen.

Auch Versicherte, die noch nicht im Ruhestand sind, müssen in der Regel keinen zusätzlichen Antrag wegen der Mütterrente III stellen, wenn die entsprechenden Erziehungszeiten bereits im Versicherungskonto erfasst wurden.

Entscheidend ist jedoch, dass die Angaben im Rentenkonto vollständig und korrekt sind. Für die spätere Berechnung kommt es darauf an, welchem Elternteil die Kindererziehungszeiten zugeordnet wurden.

Können auch Väter von der Mütterrente profitieren?

Die Neuregelung gilt nicht ausschließlich für Mütter. Auch Väter können von den zusätzlichen Kindererziehungszeiten profitieren, wenn diese ihnen rentenrechtlich zugeordnet wurden.

Bei gemeinsamer Erziehung werden die entsprechenden Zeiten nicht automatisch jeweils zur Hälfte auf beide Elternteile verteilt. Maßgeblich ist, bei wem sie im Rentenkonto berücksichtigt sind.

Für den Anspruch auf die zusätzliche Rente zählt daher nicht allein, ob jemand Kinder hat. Entscheidend ist die rentenrechtliche Zuordnung der jeweiligen Kindererziehungszeiten.

Wie viele Rentner von der Reform betroffen sind

Von der Mütterrente III könnten in Deutschland insgesamt rund zehn Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren.

Nach vollständiger Umsetzung werden die zusätzlichen jährlichen Kosten auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt. Die Finanzierung soll aus Steuermitteln erfolgen.

Lesen Sie auch: Die Renten in Deutschland könnten ab Juli 2027 um 4,4 Prozent steigen. So hoch wäre die Erhöhung und deshalb könnte der Anstieg 2028 geringer ausfallen

Das könnte dir auch gefallen