Startseite FinanzenHeizöl bleibt in Deutschland teuer. Die Prognose für 2026 hängt von Rohöl, Raffinerien, Gasölversorgung, Geopolitik und dem CO₂-Preis ab.

Heizöl bleibt in Deutschland teuer. Die Prognose für 2026 hängt von Rohöl, Raffinerien, Gasölversorgung, Geopolitik und dem CO₂-Preis ab.

von Johanna Richter
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Heizöl bleibt in Deutschland teuer. Die Prognose für 2026 hängt von Rohöl, Raffinerien, Gasölversorgung, Geopolitik und dem CO₂-Preis ab.

Die Heizölpreise in Deutschland liegen weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau. Wie sich die Kosten in den kommenden Monaten entwickeln, hängt von mehreren Faktoren gleichzeitig ab. Entscheidend sind nicht nur die Rohölpreise, sondern auch die Auslastung der Raffinerien, die Verfügbarkeit von Gasöl, Transportkosten und die geopolitische Lage. Für deutsche Haushalte kommt außerdem der CO₂-Preis hinzu. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu morgenpost.

Warum Heizöl 2026 weiterhin teuer ist

Sinkende Rohölpreise auf dem Weltmarkt führen nicht automatisch zu entsprechend günstigeren Heizölpreisen. Für die Herstellung von Heizöl wird Gasöl benötigt – ein Mitteldestillat aus Rohöl, dessen Angebot unmittelbar von den verfügbaren Raffineriekapazitäten abhängt.

Nach Einschätzung von Branchenexperten wird der Markt 2026 gleichzeitig von hohen Rohölpreisen und eingeschränkten Verarbeitungskapazitäten beeinflusst. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Lage am Persischen Golf sowie Einschränkungen bei Lieferungen durch die Straße von Hormus.

Ein Teil der großen Produktionskapazitäten für Mineralölprodukte steht derzeit nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Hinzu kommen technische Ausfälle und Wartungsarbeiten in Raffinerien.

Dadurch sinkt das Gasölangebot in einer Phase weiterhin hoher Nachfrage. Das stützt die Heizölpreise in Deutschland, selbst wenn die Rohölnotierungen zwischenzeitlich nachgeben.

Was die Heizölpreise senken könnte

Für einen spürbaren Preisrückgang müssten mehrere Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein. Entscheidend wären vor allem eine Stabilisierung des internationalen Ölmarktes und die Wiederherstellung ausreichender Raffineriekapazitäten.

Zu den wichtigsten Faktoren gehören:

  • sinkende Rohölpreise;
  • eine höhere Auslastung der Raffinerien;
  • ein größeres Angebot an Gasöl;
  • eine Normalisierung der Lieferungen aus der Golfregion;
  • niedrigere Transport- und Logistikkosten.

Vor allem eine Rückkehr der Raffinerien zu ihrer vollen Produktionsleistung könnte die Situation auf dem Heizölmarkt kurzfristig deutlich verändern.

Warum sinkende Ölpreise nicht automatisch billigeres Heizöl bedeuten

Zwischen dem Preis für ein Barrel Rohöl und dem Endpreis für einen Liter Heizöl liegen mehrere weitere Kostenfaktoren. Das Rohöl muss verarbeitet, nach Europa transportiert, gelagert und anschließend an die Verbraucher geliefert werden.

Deshalb hängt die Heizölpreis-Prognose für 2026 nicht allein von den internationalen Ölpreisen ab. Auch die Verfügbarkeit raffinierter Mineralölprodukte und die Leistungsfähigkeit der Logistikinfrastruktur spielen eine entscheidende Rolle.

In Deutschland können zudem regionale Faktoren die Preise beeinflussen. Ein niedriger Wasserstand im Rhein kann beispielsweise die Ladekapazität von Tankschiffen begrenzen und dadurch die Transportkosten erhöhen. In solchen Situationen können die Heizölpreise in einzelnen Regionen steigen, obwohl sich die Lage auf dem Weltmarkt nicht entsprechend verändert.

Was Experten für die kommenden Monate erwarten

Kurzfristige Preisrückgänge sind möglich, wenn die geopolitischen Spannungen nachlassen und das Angebot an Rohöl und Gasöl steigt. Eine automatische Rückkehr zum früheren Preisniveau ist damit jedoch nicht verbunden.

Selbst nach einer Entspannung der politischen Lage können die Folgen beschädigter Energieinfrastruktur noch längere Zeit spürbar bleiben. Die Reparatur einzelner Anlagen kann mehrere Monate dauern, in bestimmten Fällen sogar länger als ein Jahr.

Gleichzeitig könnte ein Ausbau der Förderung in anderen Ländern zusätzliches Angebot auf den Markt bringen. Aufgrund dieses Zusammenspiels bleibt der Heizölpreis 2026 besonders empfindlich gegenüber Veränderungen auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten.

CO₂-Preis erhöht die Heizkosten zusätzlich

Für Verbraucher in Deutschland zählt nicht nur der eigentliche Brennstoffpreis. Hinzu kommen Kosten, die durch die CO₂-Bepreisung fossiler Energieträger entstehen.

2026 bewegt sich der nationale CO₂-Preis in einem gesetzlich festgelegten Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne. Am oberen Ende dieser Spanne kann die zusätzliche Belastung bei Heizöl einschließlich Mehrwertsteuer rund 20,70 Cent pro Liter erreichen.

Bei einem Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 2.000 Litern können allein durch die CO₂-Bepreisung zusätzliche Kosten von etwa 350 bis 410 Euro pro Jahr entstehen.

Damit bleibt der CO₂-Preis auch dann ein wichtiger Bestandteil der Heizkosten, wenn die internationalen Rohölpreise zurückgehen.

Was sich beim CO₂-Preis 2027 und 2028 ändern könnte

Ursprünglich war für 2027 eine weitere Veränderung der CO₂-Bepreisung vorgesehen. Die Bundesregierung hat jedoch einen Gesetzentwurf vorbereitet, der vorsieht, den Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne für ein weiteres Jahr beizubehalten. Die geplante Regelung muss noch vom Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Hintergrund ist die Verschiebung des europäischen Emissionshandelssystems ETS 2 für Gebäude und Verkehr von 2027 auf 2028.

Nach Einführung von ETS 2 soll der Preis für Emissionszertifikate stärker durch den europäischen Markt bestimmt werden. Damit werden die Kosten für das Heizen mit Heizöl in den kommenden Jahren gleichzeitig von Rohölpreisen, Raffineriekapazitäten, Logistik und den Kosten für CO₂-Emissionen beeinflusst.

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