Dacia will sein Angebot an günstigen Elektrofahrzeugen um das kompakte Modell Hipster erweitern. Die Serienproduktion des elektrischen Stadtfahrzeugs soll 2027 beginnen. In Großbritannien könnte der Preis bei rund 9.500 Pfund und damit umgerechnet bei etwa 11.000 Euro liegen. Das Fahrzeug soll in die Klasse L7e fallen und unterhalb des Dacia Spring positioniert werden. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu electrive.
Dacia Hipster könnte in China produziert werden
Für die Produktion des neuen Modells ist offenbar ein Werk im chinesischen Shiyan vorgesehen, in dem zuvor die erste Generation des Dacia Spring gefertigt wurde. Der Produktionsstandort ist mit eGT New Energy Automotive verbunden, einem Gemeinschaftsunternehmen von Renault, Nissan und Dongfeng.
Für das Werk könnte das neue Projekt nach der Änderung der Produktionsstrategie beim Spring eine wichtige Rolle spielen. Die zweite Generation des günstigen Dacia-Elektroautos soll nicht mehr in China, sondern in Slowenien gebaut werden.
Der Hipster erhält dagegen eine andere Positionierung. Das Fahrzeug soll als besonders kompaktes Stadtmobil vor allem für kurze Fahrten im Alltag konzipiert werden.
Für den Dacia Hipster gelten die Grenzen der L7e-Klasse
Das Konzept des Dacia Hipster erinnert an eine europäische Interpretation der in Japan verbreiteten Kei-Cars. Auf dem europäischen Markt soll das Modell jedoch als schweres vierrädriges Leichtkraftfahrzeug der Klasse L7e zugelassen werden.
Damit sind mehrere technische Einschränkungen verbunden:
- Leergewicht ohne Antriebsbatterie von maximal 450 Kilogramm;
- maximale Leistung von 15 kW;
- Höchstgeschwindigkeit von maximal 90 km/h;
- kompakte Abmessungen und eine bewusst einfache Konstruktion.
Damit unterscheidet sich der Hipster deutlich von klassischen Elektro-Pkw der Fahrzeugklasse M1.
Serienversion des Dacia Hipster bleibt nah an der Studie
Das Design des Serienfahrzeugs dürfte sich relativ eng an dem im Herbst 2025 vorgestellten Konzept orientieren. Die Studie war lediglich drei Meter lang, 1,55 Meter breit und 1,53 Meter hoch.
Die Karosserie zeichnet sich durch nahezu senkrechte Seitenflächen, große vertikale Fenster und sehr kurze Überhänge aus. Diese Bauweise ermöglicht es, trotz der geringen Außenmaße vier vollwertige Sitzplätze unterzubringen.
Das Kofferraumvolumen könnte je nach Stellung der Rücksitze zwischen etwa 70 und 500 Litern liegen. Der maximale Stauraum steht bei umgeklappten Rücksitzen zur Verfügung.
Einige Lösungen der Studie dürften es allerdings nicht in die Serienproduktion schaffen. Der Prototyp verfügte beispielsweise über eine zweiteilige Heckklappe, deren unterer Teil nach unten geklappt werden konnte. Beim Serienmodell soll stattdessen eine einfachere, seitlich angeschlagene Hecktür zum Einsatz kommen.
Dacia Hipster und Spring sollen parallel angeboten werden
Ursprünglich gab es Überlegungen, dass der kompakte Hipster langfristig den Spring ersetzen könnte. Die Strategie der Renault Group hat sich inzwischen jedoch geändert.
Der Spring erhält eine neue Generation, die technische Komponenten mit dem wiederbelebten Renault Twingo teilt. Damit sollen beide Modelle im Dacia-Programm bleiben, allerdings unterschiedliche Marktsegmente bedienen.
Der Hipster soll als noch günstigeres und einfacher aufgebautes Fahrzeug positioniert werden. Im Zuge der Vorbereitung auf die Serienproduktion wird das Konzept weiter überarbeitet, um die Herstellungskosten möglichst niedrig zu halten.
Im Innenraum ersetzt das Smartphone das Infotainmentsystem
Ein zentrales Merkmal des Dacia Hipster 2027 soll der Verzicht auf einen Teil der Ausstattung sein, die bei modernen Autos inzwischen üblich ist. Dacia setzt stattdessen auf eine möglichst einfache Konstruktion und die Nutzung persönlicher Geräte des Fahrers.
Das Smartphone könnte dabei mehrere Funktionen übernehmen. Es soll als digitaler Fahrzeugschlüssel dienen und nach dem Einsetzen in eine entsprechende Halterung sowohl Navigation als auch Infotainment ermöglichen.
Bereits die Konzeptstudie zeigte weitere bewusst einfache Lösungen:
- Statt einer fest installierten, komplexen Audioanlage kam ein Bluetooth-Lautsprecher zum Einsatz.
- Die Seitenfenster wurden manuell über einen Schiebemechanismus geöffnet.
- Klassische äußere Türgriffe wurden durch Schlaufen ersetzt.
- Die Zahl elektronischer Komfortfunktionen im Innenraum wurde auf ein Minimum reduziert.
Die endgültige Serienversion kann sich bei Ausstattung und einzelnen technischen Details allerdings noch von der Studie unterscheiden.
Wann kommt der Dacia Hipster auf den Markt?
Die Vorstellung der endgültigen Serienversion wird für 2027 erwartet. Im selben Jahr sollen auch die Produktion und der Verkauf auf europäischen Märkten beginnen.
Für Großbritannien steht derzeit ein Preis von rund 9.500 Pfund im Raum. Umgerechnet entspricht das etwa 11.000 Euro. Die endgültigen Preise für Deutschland und andere europäische Märkte stehen bislang noch nicht fest.
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