Startseite FinanzenDie chinesische Wuxi Xingda Nylon übernimmt die insolvente Perlon Group. Rund 450 Arbeitsplätze an deutschen Standorten sollen erhalten bleiben

Die chinesische Wuxi Xingda Nylon übernimmt die insolvente Perlon Group. Rund 450 Arbeitsplätze an deutschen Standorten sollen erhalten bleiben

von Johanna Richter
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Die chinesische Wuxi Xingda Nylon übernimmt die insolvente Perlon Group. Rund 450 Arbeitsplätze an deutschen Standorten sollen erhalten bleiben

Das chinesische Unternehmen Wuxi Xingda Nylon Company hat die insolvente Perlon Group übernommen. Die Anwaltskanzlei SGP Schneider Geiwitz aus Ulm, die den Restrukturierungsprozess begleitet hat, bestätigte den Abschluss der Transaktion. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu focus.

Zur Perlon Group gehören sieben Standorte in Deutschland, Polen und China. Nach der Übernahme sollen rund 450 der insgesamt 510 Arbeitsplätze an den drei deutschen Produktionsstandorten in Bobingen bei Augsburg, Munderkingen in Baden-Württemberg und Wald-Michelbach in Hessen erhalten bleiben. Die Transaktion ist bereits vollständig abgeschlossen.

Perlon geriet durch verschlechterte Marktbedingungen in finanzielle Schwierigkeiten

Vor dem Verkauf gehörte die Unternehmensgruppe dem Münchner Finanzinvestor Serafin, der sich im Besitz der Unternehmerfamilie Haindl aus Augsburg befindet. Nachdem sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert hatte, eröffnete das Amtsgericht Augsburg im Oktober 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Perlon produziert synthetische Fasern, die unter anderem in Papiermaschinen, Bürstenprodukten und Medizintechnik eingesetzt werden. Vor den finanziellen Problemen galt das Unternehmen als Weltmarktführer in seinem Segment.

Die Übernahme erfolgte im Rahmen eines internationalen Investorenprozesses. Dabei setzte sich Wuxi Xingda Nylon gegen andere Interessenten durch. Die Muttergesellschaft des neuen Eigentümers hat ihren Sitz in der Industriestadt Wuxi nahe Shanghai und zählt zu den bedeutenden Herstellern von Polymerprodukten in China.

Deutsche Chemieindustrie steht weiter unter Druck

Die deutsche Chemiebranche befindet sich weiterhin in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Viele Unternehmen kämpfen mit einer schwachen globalen Nachfrage, hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie zunehmendem Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus China.

Auch Perlon war von diesen Entwicklungen betroffen. Das Unternehmen verzeichnete einen Rückgang der Nachfrage aus der europäischen Papierindustrie, steigende Personal- und Energiekosten sowie einen intensiveren internationalen Wettbewerb. Diese Faktoren trugen maßgeblich zu den finanziellen Problemen und letztlich zum Verkauf an den chinesischen Investor bei.

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