Startseite FinanzenDie deutsche Modekette Yeans Halle ist erneut insolvent. Alle 13 Filialen bleiben geöffnet, die Gehälter von rund 200 Beschäftigten sind gesichert

Die deutsche Modekette Yeans Halle ist erneut insolvent. Alle 13 Filialen bleiben geöffnet, die Gehälter von rund 200 Beschäftigten sind gesichert

von Johanna Richter
0 Kommentare
Die deutsche Modekette Yeans Halle ist erneut insolvent. Alle 13 Filialen bleiben geöffnet, die Gehälter von rund 200 Beschäftigten sind gesichert

Die deutsche Jeans- und Modekette Yeans Halle hat erneut ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen mit 13 Filialen und rund 200 Beschäftigten stellte einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Erst Ende 2024 war eine frühere Sanierung abgeschlossen worden, doch eine nachhaltige Stabilisierung der finanziellen Lage gelang offenbar nicht. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Вild.

Während des vorläufigen Verfahrens sollen alle Filialen von Yeans Halle geöffnet bleiben. Nach Angaben des Unternehmens sind auch die Gehaltszahlungen an die Beschäftigten zunächst gesichert. Betreiber der Handelskette ist die Trender Jeansmode GmbH & Co. Sportswear Großhandels-KG mit Sitz in Sindelfingen.

Warum Yeans Halle erneut in die Krise geraten ist

Die Unternehmensleitung begründet die erneute Insolvenz mit der anhaltend schwierigen Lage im stationären Modehandel. Viele Verbraucher geben ihr Geld zurückhaltender aus, wodurch die Umsätze in den Geschäften sinken. Gleichzeitig sind die Kosten für Mieten, Personal, Energie, Logistik und den Betrieb der Verkaufsflächen gestiegen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die starke Konkurrenz durch Onlinehändler und internationale Modeketten. Nach Angaben des Sanierungsexperten Steffen Beck zählt insbesondere die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu den wichtigsten Ursachen für den Umsatzrückgang.

Eine weitere erhebliche Belastung war ein Cyberangriff im Jahr 2025. Der Vorfall verursachte zusätzliche Kosten, beeinträchtigte betriebliche Abläufe und führte zu Einnahmeausfällen. Das Zusammenspiel dieser Faktoren machte eine erneute finanzielle Neuordnung notwendig.

Beschäftigte und Filialen arbeiten weiter

Trotz des eingeleiteten Insolvenzverfahrens wurden bislang keine Filialschließungen angekündigt. Alle 13 Standorte bleiben geöffnet, und der Verkauf wird nach Unternehmensangaben regulär fortgesetzt. Auch die Arbeitsverträge der Beschäftigten bleiben zunächst bestehen.

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und führt das Unternehmen weiter. Die Sanierung erfolgt jedoch unter gerichtlicher Aufsicht und mit Unterstützung externer Fachleute.

Begleitet wird das Management von Steffen Beck von der Beratungsgesellschaft Pluta. Geplant sind Maßnahmen zur Senkung der Kosten, zur Stabilisierung der Liquidität und zum Erhalt eines möglichst großen Teils des Filialnetzes.

Zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit

Yeans Halle hatte bereits ein Sanierungsverfahren durchlaufen, das Ende 2024 abgeschlossen wurde. Damals sollte das Geschäftsmodell an die veränderten Bedingungen im Modehandel angepasst und das Unternehmen finanziell stabilisiert werden.

Wenig später geriet die Kette jedoch erneut unter Druck. Sinkende Nachfrage, steigende laufende Kosten und die finanziellen Folgen des Cyberangriffs verhinderten eine dauerhafte Erholung.

Nun soll ein neues Sanierungskonzept erarbeitet werden. Das erklärte Ziel ist, das Filialnetz zu erhalten und den Geschäftsbetrieb langfristig fortzuführen. Konkrete Maßnahmen, etwa mögliche Mietanpassungen, Kostensenkungen oder Änderungen beim Sortiment, wurden bislang nicht veröffentlicht.

Wo sich die Filialen von Yeans Halle befinden

Yeans Halle ist seit mehr als 49 Jahren auf dem deutschen Markt aktiv. Zum Sortiment gehören vor allem Jeans, Bekleidung, Schuhe und Accessoires verschiedener Marken.

Die Standorte befinden sich überwiegend im Süden Deutschlands. Filialen gibt es in Amtzell, Augsburg, Karlsruhe, Kempten, Kirchheim, Kornwestheim, Leonberg, Münsingen, Sindelfingen, Singen, Stuttgart, Ulm und Viernheim.

Das größte Geschäft der Kette befindet sich an der Königstraße in der Stuttgarter Innenstadt. Nach aktuellem Stand soll keiner der genannten Standorte unmittelbar geschlossen werden.

Krise im deutschen Einzelhandel verschärft sich

Die erneute Insolvenz von Yeans Halle fällt in eine Phase, in der sich die Lage vieler deutscher Unternehmen verschlechtert. Den in der ursprünglichen Berichterstattung genannten Zahlen zufolge sehen rund 8,1 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet.

Besonders angespannt ist die Situation im Gastgewerbe und im Einzelhandel. Modehändler leiden unter sinkenden Besucherzahlen, veränderten Kaufgewohnheiten und steigenden Betriebskosten.

Die Schwierigkeiten betreffen nicht nur kleinere regionale Anbieter. Auch beim Warenhauskonzern Galeria stehen zahlreiche Standorte unter Beobachtung. Vermieter werden dort aufgefordert, auf einen Teil der Miete zu verzichten und neue Verträge zu günstigeren Konditionen abzuschließen.

Lesen Sie auch:Deutschland diskutiert das Ende der Minijob-Privilegien. Beschäftigte fürchten weniger Einkommen, Handel und Gastronomie warnen vor Personalmangel.

Das könnte dir auch gefallen