Startseite FinanzenWie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland – und was sind die neuen Grenzen?

Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland – und was sind die neuen Grenzen?

Die Minijob-Grenze 2026 steigt zum 1. Januar in Deutschland automatisch auf 603 Euro pro Monat – das sind 7.236 Euro pro Jahr. Die Anhebung ist Folge der Mindestlohn-Erhöhung auf 13,90 Euro pro Stunde und gilt für die geringfügige Beschäftigung nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 SGB IV. Damit kann ein Minijobber bei vollem gesetzlichen Mindestlohn rund 43,38 Stunden pro Monat arbeiten – also etwa 10 Stunden pro Woche. Wer mehrere Minijobs kombiniert oder neben einem Hauptjob einen 603-Euro-Job hat, sollte die Sondervorschriften kennen. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Regeln, Stundenrechnungen und Sonderfälle 2026.

von Wolfgang Baumer
0 Kommentare
Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland – und was sind die neuen Grenzen?

Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland? Die Grenze liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 603 Euro pro Monat oder 7.236 Euro pro Jahr. Damit steigt sie um 18 Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 538 Euro – eine Folge der Mindestlohn-Anhebung von 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde. Bei vollem Mindestlohn kann ein Minijobber rund 43,38 Stunden pro Monat oder etwa 10 Stunden pro Woche arbeiten, ohne die minijob 2026 grenze zu überschreiten.

Doch es gibt zahlreiche Sondervorschriften: für Branchen mit höherem Branchenmindestlohn, für die Kombination mehrerer Minijobs, für Schüler und Studenten, für Rentner und für Beschäftigte, die zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung einen Minijob ausüben. Dieser Beitrag erklärt im Detail die Mechanik der 603-Euro-Grenze 2026 und gibt konkrete Beispielrechnungen.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist 2026 die neue Minijob-Grenze in Deutschland?
  • Wie wird die 603-Euro-Grenze konkret berechnet?
  • Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?
  • Welche Beiträge zahlen Minijobber selbst?
  • Was gilt 2026 bei mehreren Minijobs gleichzeitig?
  • Was passiert bei Überschreitung der 603-Euro-Grenze?
  • Welche Besonderheiten gelten für Schüler, Studenten und Rentner?
  • Wann lohnt der Wechsel vom Minijob zum Midijob?
  • FAQ – die häufigsten Fragen aus der Praxis

Was ist 2026 die neue Minijob-Grenze in Deutschland?

Die geringfügige Beschäftigung – auch Minijob genannt – ist in § 8 Absatz 1 Nummer 1 SGB IV geregelt. Seit der Reform vom Oktober 2022 ist die Verdienstgrenze dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Die Logik: Ein Minijobber soll bei vollem Mindestlohn etwa 43,33 Stunden pro Monat (10 Stunden pro Woche) arbeiten können – das ist der politisch festgelegte Maßstab.

JahrMinijob-Grenze pro MonatPro JahrMindestlohn
2024538 €6.456 €12,41 €/h
2025556 €6.672 €12,82 €/h
2026603 €7.236 €13,90 €/h
2027633 € (geplant)7.596 €14,60 €/h

Wichtig: Die Grenze gilt für den regelmäßigen Monatsverdienst. Geringfügige Schwankungen sind erlaubt, solange im Jahresdurchschnitt die 7.236 Euro nicht überschritten werden. Mehr zu den Hintergründen in unserem Pillar-Beitrag Mindestlohn, Minijob und Lohnabrechnung 2026.

„Die dynamische Kopplung der Minijob-Grenze an den Mindestlohn schafft Planungssicherheit. Mitarbeiter wissen: Wenn der Mindestlohn steigt, steigt auch ihre Verdienstmöglichkeit – und sie müssen ihre Stundenzahl nicht jedes Jahr neu rechnen lassen.“

– Minijob-Zentrale, Pressemitteilung zur Verdienstgrenze 2026

Wie wird die 603-Euro-Grenze konkret berechnet?

Die Mechanik ist einfach:

  1. Grundformel: Mindestlohn × 130 ÷ 3 = Monatsgrenze
  2. 13,90 € × 130 ÷ 3 = 602,33 € → aufgerundet auf 603 €
  3. Multipliziert mit 12 Monaten = 7.236 € Jahresgrenze

Die Logik dahinter: 130 Stunden geteilt durch 3 ergibt 43,33 Stunden – das entspricht 10 Stunden pro Woche bei einer 4,33-Wochen-Betrachtung. Der Gesetzgeber hat diese Stundenzahl als Höchstwert für eine geringfügige Beschäftigung festgesetzt.

Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?

Bei vollem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 €/h sind 2026 maximal 43,38 Stunden pro Monat oder rund 10,01 Stunden pro Woche erlaubt. Doch in vielen Branchen liegt der Branchenmindestlohn deutlich höher – das reduziert die zulässige Stundenzahl entsprechend:

Branche / LohngruppeStundenlohn 2026Max. Stunden/MonatMax. Stunden/Woche
Allg. Mindestlohn13,90 €43,3810,01
Elektrohandwerk14,93 €40,399,32
Gebäudereinigung LG 115,00 €40,209,28
Maler/Lackierer (Geselle)15,55 €38,788,95
Bau Werker (LG 1)15,86 €38,028,77
Pflegehilfskraft16,10 €37,458,64
Bau Fachwerker (LG 2)17,34 €34,778,02
Pflegehilfskraft qualif.17,35 €34,758,02
Gebäudereinigung Glas/Fassade18,40 €32,777,56
Pflegefachkraft20,50 €29,416,79

Wichtig: Die Stundenzahl ist eine Höchstgrenze. Wer als Pflegefachkraft mehr als 29 Stunden im Monat arbeitet, fällt automatisch in die Sozialversicherungspflicht – also den Übergangsbereich (Midijob). Mehr zur Mechanik im Übergangsbereich lesen Sie in unserem Beitrag Midijob 2026: Wie viele Stunden lohnen sich?

Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland – und was sind die neuen Grenzen?

Welche Beiträge zahlen Minijobber selbst?

Der große Vorteil eines Minijobs für den Arbeitnehmer: Er zahlt nur einen sehr geringen oder gar keinen eigenen Beitrag zur Sozialversicherung. Konkret:

  • Krankenversicherung: 0 € – die pauschale Beitragspflicht trifft nur den Arbeitgeber
  • Arbeitslosenversicherung: 0 € – Minijobs sind versicherungsfrei
  • Pflegeversicherung: 0 €
  • Rentenversicherung: 3,6 % vom Bruttolohn (Eigenanteil), wenn der Minijobber nicht von der Versicherungspflicht befreit ist. Bei 603 € Brutto sind das rund 21,71 € pro Monat. Wer schriftlich auf die Befreiung verzichtet, zahlt also einen kleinen Beitrag mit, baut dafür aber Rentenansprüche auf
  • Lohnsteuer: 0 €, wenn der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer von 2 % übernimmt

Damit bleiben dem Minijobber bei einem Brutto von 603 € rund 581–603 € netto – je nachdem, ob er die Rentenversicherungs-Befreiung wählt.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht – sinnvoll oder nicht?

Die Befreiung kann formlos beantragt werden und gilt unwiderruflich. Vor- und Nachteile:

  • Pro Befreiung: 21,71 € mehr im Monatsnetto, einfache Lohnabrechnung
  • Contra Befreiung: Keine Anrechnung des Minijob-Zeitraums auf die spätere Rente, kein Anspruch auf Rehabilitations-Maßnahmen, keine Erwerbsminderungs-Absicherung

Bei jüngeren Minijobbern oft die bessere Wahl: nicht befreien lassen, weil die Rentenanwartschaften langfristig wirken. Bei Rentnern oder Mitarbeitern mit Hauptbeschäftigung dagegen ist die Befreiung meist sinnvoll.

Was gilt 2026 bei mehreren Minijobs gleichzeitig?

Wer mehrere Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern hat, muss die Verdienste addieren. Die 603-Euro-Grenze gilt für die Summe aller Minijobs, nicht pro Arbeitgeber. Wichtige Konstellationen:

  1. Zwei Minijobs zusammen unter 603 €: Beide bleiben versicherungsfrei, jeder Arbeitgeber zahlt seine Pauschalabgaben separat
  2. Zwei Minijobs zusammen über 603 €: Beide werden sozialversicherungspflichtig – Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung; nur die Arbeitslosenversicherung bleibt frei beim ersten Minijob
  3. Hauptbeschäftigung plus EIN Minijob: Der Minijob bleibt versicherungsfrei, sofern er die 603-Euro-Grenze nicht überschreitet
  4. Hauptbeschäftigung plus mehrere Minijobs: Nur der erste Minijob bleibt versicherungsfrei, alle weiteren sind sozialversicherungspflichtig (sie werden mit der Hauptbeschäftigung verrechnet)

Praxistipp: Wer mehrere Minijobs plant, sollte unbedingt seine Arbeitgeber informieren. Sonst drohen Nachzahlungen aller Sozialversicherungs-Beiträge bei späterer Aufdeckung.

Was passiert bei Überschreitung der 603-Euro-Grenze?

Eine kurzfristige, gelegentliche Überschreitung der Grenze ist toleriert, solange die Jahresgrenze von 7.236 Euro nicht gesprengt wird. Konkret heißt das:

  • Bis zu zweimal pro Jahr: unvorhersehbare Überschreitung erlaubt – z.B. bei kurzfristigem Krankheitsvertretung oder Sondereinsatz
  • Maximal das Doppelte der Monatsgrenze: also bis 1.206 € in einem solchen Monat
  • Jahresgrenze 7.236 € darf nicht überschritten werden

Bei dauerhafter oder geplanter Überschreitung wechselt der Minijob automatisch in den Übergangsbereich (Midijob). Dann fallen volle Sozialversicherungspflichten an. Mehr zur Mechanik in unserem Detailbeitrag Midijob 2026: Wie viele Stunden lohnen sich?

Welche Besonderheiten gelten für Schüler, Studenten und Rentner?

Drei besondere Personengruppen verdienen einen genaueren Blick:

Studenten und Schüler über 18

Für Studenten gilt die Werkstudenten-Regelung: Während der Vorlesungszeit dürfen maximal 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden, ohne den Studentenstatus zu verlieren. In der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) ist mehr erlaubt. Die 603-Euro-Grenze gilt für klassische Minijobs auch hier – darüber rutscht der Student in die Sozialversicherungspflicht.

Schüler unter 18

Bei Schülern unter 18 gelten zusätzlich die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG). Tägliche Höchstarbeitszeit, Pausen, Nachtarbeitsverbot – all das ist strikt begrenzt. Außerdem: Für minderjährige Beschäftigte ohne Berufsabschluss gilt der allgemeine Mindestlohn nicht zwingend. Hier gilt allein die Tariflöhne und – bei besonderen Branchen – die Branchenmindestlöhne.

Rentner

Rentner können ihren Minijob ohne Sozialabgaben aufnehmen. Wenn sie auf die Rentenversicherungspflicht verzichten (Befreiung), zahlen sie keinerlei eigene Beiträge. Allerdings: Bei Bezug von Erwerbsminderungs- oder Witwen-/Witwerrente kann der Hinzuverdienst die Rente kürzen. Die Aktivrente 2026 schafft hier neue Spielräume – mehr in unserem Beitrag Was ist die Aktivrente 2026?

Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland – und was sind die neuen Grenzen?

Wann lohnt der Wechsel vom Minijob zum Midijob?

Wenn der Verdienst regelmäßig über 603 € liegt, wechselt der Status automatisch zum Midijob (Übergangsbereich 603,01 € bis 2.000 €). Dort gelten besondere Beitragsregeln: Die Sozialversicherungs-Beiträge des Arbeitnehmers werden gestaffelt erhoben. Vor- und Nachteile:

  • Pro Midijob: Höherer Verdienst möglich, Aufbau voller Sozialversicherungs-Ansprüche, Anspruch auf Krankengeld, Arbeitslosengeld und Rente
  • Contra Midijob: Eigene Beiträge zur Sozialversicherung (mit Steigerung von 0 auf rund 20 %), höherer Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber

Praktisch lohnt der Wechsel meist ab einem Monatsverdienst von rund 800–900 €. Bei weniger gleicht der Eigenanteil die Lohn-Steigerung wieder aus.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Minijob 2026

Wie viel verdient man 2026 im Minijob in Deutschland?

Maximal 603 Euro pro Monat oder 7.236 Euro pro Jahr. Diese Grenze gilt seit dem 1. Januar 2026 und ist dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde gekoppelt. Bei vollem Mindestlohn entspricht das rund 43,38 Arbeitsstunden pro Monat oder etwa 10 Stunden pro Woche.

Wie viele Stunden darf ein Minijobber 2026 arbeiten?

Bei vollem Mindestlohn (13,90 €/h) maximal 43,38 Stunden pro Monat. Bei höheren Branchenmindestlöhnen reduziert sich die Stundenzahl: Bei einem Bauwerker mit 15,86 €/h sind es 38,02 Stunden, bei einer Pflegefachkraft mit 20,50 €/h nur 29,41 Stunden pro Monat. Maßgeblich ist der jeweilige Mindestlohn der Branche, nicht der allgemeine Mindestlohn.

Was passiert, wenn ich 2026 die 603-Euro-Grenze überschreite?

Eine kurzfristige, unvorhersehbare Überschreitung ist bis zu zweimal pro Jahr und maximal bis zum Doppelten der Monatsgrenze (1.206 €) erlaubt. Bei dauerhafter Überschreitung wechselt der Minijob automatisch in den Übergangsbereich (Midijob). Dann fallen volle Sozialversicherungs-Beiträge an, gestaffelt von 0 auf rund 20 %.

Wie viel Steuern und Sozialabgaben zahlt ein Minijobber selbst?

Der Minijobber zahlt 2026 keine Lohnsteuer (der Arbeitgeber übernimmt die pauschale Steuer von 2 %). Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung sind beitragsfrei. Nur in der Rentenversicherung fällt ein Eigenanteil von 3,6 % (rund 21,71 € bei 603 € Brutto) an – sofern er sich nicht von der Versicherungspflicht befreien lässt.

Darf ich 2026 mehrere Minijobs gleichzeitig haben?

Ja, aber die Verdienste werden zusammengerechnet. Solange die Summe aller Minijobs unter 603 € pro Monat bleibt, sind alle versicherungsfrei. Übersteigt die Summe diese Grenze, werden alle Minijobs sozialversicherungspflichtig. Bei einer Hauptbeschäftigung plus Minijob bleibt der erste Minijob versicherungsfrei – alle weiteren sind dagegen vom ersten Euro an pflichtig.

Quellen und weiterführende Informationen

Lesen Sie weiter: Mindestlohn 2026 (Pillar), Midijob 2026: Stunden & Kosten, Was kostet ein Minijobber den Arbeitgeber?


Das könnte dir auch gefallen