Im Zusammenhang mit der Protestkampagne #PSBlackout haben PlayStation-Nutzer E-Mails von Sony mit vollständigen Fassungen der Nutzungsbedingungen erhalten. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte dabei eine Passage aus der Lizenzvereinbarung: Software für PlayStation wird den Nutzern lizenziert und nicht im klassischen Sinne verkauft. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu eurogamer.
Die Aussendung fällt zeitlich mit Protesten gegen Sonys Entscheidung zusammen, ab 2028 keine neuen Spiele mehr auf physischen Datenträgern zu veröffentlichen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Vertriebsmodelle.
Nutzer werden an die Bedingungen digitaler Käufe erinnert
Mehrere PlayStation-Besitzer berichteten im August, E-Mails mit vollständigen Kopien jener Dokumente erhalten zu haben, die die Nutzung der Sony-Dienste regeln. Dazu gehören die PlayStation-Nutzungsbedingungen, der Verhaltenskodex, die Datenschutzrichtlinie und die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung.
Nach Angaben einiger Empfänger erhielten auch Nutzer eine solche Nachricht, die ihre PS4 oder PS5 seit mehreren Monaten nicht mehr eingeschaltet hatten.
Besonders intensiv diskutiert wird die Formulierung über die Rechte an Software. In den PlayStation-Bedingungen wird darauf hingewiesen, dass Spiele und andere Software dem Nutzer auf Grundlage einer Lizenz zur Verfügung gestellt und nicht als Eigentum übertragen werden.
Sony gewährt dem jeweiligen Nutzer ein begrenztes, nicht exklusives, nicht übertragbares und persönliches Recht, die Software für private und nicht kommerzielle Zwecke zu verwenden.
Zusätzlich können die Rechte von Verbrauchern durch die jeweilige nationale Gesetzgebung bestimmt werden. Insbesondere in Europa können gesetzlich garantierte Verbraucherrechte nicht ohne Weiteres durch Vertragsbedingungen eingeschränkt werden.
#PSBlackout begleitet Sonys geplanten Abschied von Spiele-Discs
Die E-Mails sorgen auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil parallel die Kampagne #PSBlackout läuft. Die Protestaktion ist für den Zeitraum vom 23. bis 30. August 2026 geplant.
Teilnehmer werden dazu aufgerufen, sich vorübergehend nicht beim PlayStation Network anzumelden, keine Käufe im PlayStation Store vorzunehmen und kostenpflichtige Abonnements zu kündigen beziehungsweise auf neue Abschlüsse zu verzichten.
Im Mittelpunkt des Protests stehen Sonys Pläne, die Veröffentlichung neuer Spiele auf physischen Datenträgern einzustellen.
Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von DoesItPlay. Die Community-Initiative beschäftigt sich mit der langfristigen Erhaltung physischer Spiele und überprüft regelmäßig, ob Konsolentitel vollständig von einer Disc gestartet und gespielt werden können – auch ohne Internetverbindung oder zusätzliche Day-One-Updates.
Sony will neue PlayStation-Spiele ab 2028 nur noch digital vertreiben
Sony hat seine Strategie zur stärkeren Digitalisierung des Spielevertriebs bereits bestätigt.
Ab Anfang 2028 soll die Produktion physischer Datenträger für neue PlayStation-Spiele eingestellt werden. Neue Titel würden damit grundsätzlich über digitale Vertriebswege wie den PlayStation Store angeboten.
Bereits zuvor auf Disc veröffentlichte Spiele sind von dieser Umstellung nicht unmittelbar betroffen. Bestehende physische Versionen können weiterhin genutzt werden. Die Änderung betrifft vor allem zukünftige Neuerscheinungen.
Sony begründet den Schritt mit veränderten Konsumgewohnheiten und dem wachsenden Anteil digital gekaufter Inhalte. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Digitalisierung nicht nur den Spielemarkt, sondern auch andere Bereiche der Medienbranche zunehmend prägt.
Die zeitgleiche Erinnerung an die Lizenzbedingungen digitaler Spiele hat die Diskussion über Besitzrechte, den langfristigen Zugang zu gekauften Titeln und die Zukunft physischer PlayStation-Spiele zusätzlich verstärkt.
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