Startseite FinanzenDer Brent-Ölpreis bleibt nahe 95 Dollar. Risiken rund um den Iran und steigende Inflation in den USA treiben Investoren zurück in den Ölmarkt.

Der Brent-Ölpreis bleibt nahe 95 Dollar. Risiken rund um den Iran und steigende Inflation in den USA treiben Investoren zurück in den Ölmarkt.

von Johanna Richter
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Der Brent-Ölpreis bleibt nahe 95 Dollar. Risiken rund um den Iran und steigende Inflation in den USA treiben Investoren zurück in den Ölmarkt.

Die weltweiten Ölpreise bewegen sich weiterhin in der Nähe von 95 Dollar pro Barrel, obwohl der Markt im vergangenen Monat fast 13 % verloren hat. Bereits die zweite Woche in Folge steigen die Notierungen wieder, da Sorgen über Lieferengpässe und zunehmender Inflationsdruck die Märkte beeinflussen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu finance.yahoo.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds liegt der Ölpreis derzeit rund 3 % über dem Niveau, das in der Wirtschaftsprognose vom April berücksichtigt wurde. Der IWF führt dies auf den Konflikt rund um den Iran und die Risiken für die globalen Öllieferungen zurück.

Spannungen rund um den Iran erhöhen den Druck auf den Ölmarkt

Ein zentraler Risikofaktor bleibt die Lage in der Straße von Hormus, durch die etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert werden. Anleger beobachten die Situation genau, da mögliche Einschränkungen des Schiffsverkehrs einen neuen Preisanstieg auslösen könnten.

Der IWF erklärte zudem, dass die weltweiten Ölreserven im Juli auf etwa 7,5 Milliarden Barrel sinken könnten – den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Vor der Eskalation der Lage lagen die Reserven noch bei rund 8 Milliarden Barrel.

Zusätzlichen Druck verursacht der Rückgang iranischer Lieferungen, der laut IWF bereits Auswirkungen auf das globale Marktgleichgewicht hat.

Höhere Kraftstoffpreise treiben die Inflation in den USA an

Die steigenden Ölpreise wirken sich zunehmend auf die US-Wirtschaft aus. Der ISM-Preisindex für den Dienstleistungssektor stieg im Mai auf 71,3 Punkte nach 70,7 Punkten im April. Das ist der höchste Stand seit August 2022.

Unternehmen nannten Benzin, Diesel und Rohöl als Hauptgründe für steigende Kosten. Analysten betonen, dass Firmen erstmals direkt den Ölpreisanstieg für höhere Ausgaben verantwortlich machen.

Laut Kobeissi Letter ist der Preisindex im Dienstleistungssektor seit Februar um 8,3 Punkte gestiegen. Diese Entwicklung könnte die Verbraucherpreisinflation in den USA wieder über 5 % treiben. Im April lag die Inflationsrate noch bei 3,8 %.

Investoren kaufen verstärkt Optionen auf steigende Ölpreise

Am Optionsmarkt nehmen die Erwartungen steigender Ölpreise deutlich zu. Das Verhältnis zwischen Put- und Call-Optionen des United States Brent Oil Fund (BNO) ist weiter gesunken, was auf eine stärkere Nachfrage nach Wetten auf steigende Preise hinweist.

Am 4. Juni fiel das Put/Call-Verhältnis beim Handelsvolumen auf 0,06 gegenüber 0,12 Ende Mai. Beim Open Interest sank der Wert von 0,15 auf 0,11.

Ein niedrigeres Verhältnis deutet darauf hin, dass Anleger verstärkt Call-Optionen kaufen, um auf weitere Kursanstiege am Ölmarkt zu setzen.

Spekulative Fonds halten an Short-Positionen fest

Trotz der zunehmenden Aktivität am Optionsmarkt bleiben große spekulative Fonds vorsichtig.

Laut dem jüngsten Bericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC hielten nicht-kommerzielle Händler rund 90.900 Short-Kontrakte gegenüber 58.100 Long-Kontrakten und damit weiterhin eine Netto-Short-Position.

In der vergangenen Berichtswoche reduzierten die Fonds ihre Long-Positionen weiter und erhöhten gleichzeitig ihre Wetten auf fallende Ölpreise.

Kommerzielle Marktteilnehmer, die häufig als „Smart Money“ bezeichnet werden, handelten dagegen entgegengesetzt: Sie bauten Long-Positionen aus und reduzierten Short-Kontrakte.

Höhere Förderung in Venezuela begrenzt weiteres Kurspotenzial

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für den Ölmarkt bleibt der steigende Export aus Venezuela. Die Rohölausfuhren des Landes stiegen im Mai im Jahresvergleich um 61 % auf 1,25 Millionen Barrel pro Tag – den höchsten Wert seit sieben Jahren.

Der Anstieg wurde durch eine teilweise Lockerung der US-Sanktionen ermöglicht, wodurch mehr venezolanisches Öl auf den Weltmarkt gelangt.

Damit bleibt der Ölmarkt zwischen zwei gegensätzlichen Faktoren gefangen: den Risiken sinkender Lieferungen aus dem Iran und der wachsenden Produktion in Venezuela.

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