Die Deutsche Bahn hat umfangreiche Bauarbeiten an einem der wichtigsten Bahnknoten Deutschlands angekündigt. Wegen des Austauschs von Weichen und der Erneuerung von Gleisen müssen sich Fahrgäste in Ost- und Nordhessen auf Zugausfälle, Verkehrseinschränkungen und erhebliche Verspätungen einstellen. Die größten Änderungen werden in der zweiten Julihälfte erwartet, einzelne Einschränkungen sollen mindestens bis zum 29. Juli gelten. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu hna.
Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt im Bereich Fulda-Bronnzell. Der Streckenabschnitt hat eine zentrale Bedeutung für die Bahnverbindungen zwischen Frankfurt, Kassel, Hannover, Berlin, Erfurt, Leipzig und Dresden. Wegen der hohen Auslastung des Knotens wirken sich die Bauarbeiten gleichzeitig auf Regionalzüge, ICE-Verbindungen und den Güterverkehr aus.
Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen während der Bauphase zahlreiche Fernzüge über andere Strecken umgeleitet werden. Dadurch wird insbesondere die Main-Weser-Bahn zusätzlich belastet, auf der auch Regional- und Güterzüge verkehren. Um einen stabilen Betrieb aufrechtzuerhalten, reduziert die Bahn vorübergehend das Angebot im Regional- und Nahverkehr auf mehreren Streckenabschnitten.
Welche Arbeiten die Deutsche Bahn durchführt
Die Bauarbeiten betreffen die Schnellfahrstrecke zwischen Hannover Hauptbahnhof und Würzburg Hauptbahnhof sowie die Bahnstrecke zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Göttingen. Geplant sind die Erneuerung mehrerer Gleisabschnitte und der Austausch von Weichen.
Zum Einsatz kommen unter anderem Zweiwegebagger, spezielle Gleisbaumaschinen und Arbeitszüge. Ein Teil der Arbeiten wird nachts ausgeführt. Größere Einschränkungen des Zugverkehrs lassen sich nach Angaben der Bahn dennoch nicht vermeiden.
Die umfangreichsten Fahrplanänderungen beginnen am 18. Juli. Auf einzelnen Strecken gelten Zugausfälle und Ersatzverkehre jedoch bereits ab dem 10. beziehungsweise 13. Juli.
Ausfälle im Regionalverkehr in Hessen
Besonders stark betroffen sind Fahrgäste auf den Regionalstrecken zwischen Frankfurt, Hanau, Fulda, Bad Hersfeld, Bebra, Hünfeld und Gersfeld.
Die Züge der Linien RE50 und RE5 fallen zwischen Fulda und Bad Hersfeld beziehungsweise Bebra aus. Einen vollständigen Ersatzverkehr für die gestrichenen Verbindungen plant die Deutsche Bahn auf diesem Abschnitt nicht. Zusätzlich entfallen einzelne Fahrten zwischen Frankfurt und Fulda.
Auf der Linie RB51 kommt es zu Einschränkungen zwischen Frankfurt, Wächtersbach und Fulda. Mehrere Verbindungen werden vollständig gestrichen. Fahrgäste sollen auf andere Regionalzüge ausweichen.
Auf der Linie RB5 entfallen an Werktagen einzelne Frühverbindungen zwischen Fulda und Hünfeld. Betroffen sind unter anderem Züge, die regulär um 5.46 Uhr und 6.45 Uhr in Fulda abfahren.
Die Linie RB52 zwischen Fulda und Gersfeld in der Rhön wird vom 13. bis zum 29. Juli eingestellt. Einzelne nächtliche Ausfälle begannen bereits am 10. Juli.
Für einen Teil der ausgefallenen Verbindungen zwischen Hanau und Fulda richtet die Deutsche Bahn Busse ein. Zwischen Frankfurt und Hanau können Fahrgäste die S-Bahn sowie alternative Regionalverbindungen nutzen.
Nördlich von Fulda soll die RB5 teilweise als Ersatz für ausfallende RE50-Verbindungen dienen. Wegen des eingeschränkten Angebots empfiehlt die Bahn, den Fahrplan vor Reisebeginn zu prüfen.
ICE-Züge verkehren seltener
Auch im Fernverkehr sind umfangreiche Änderungen vorgesehen. Auf mehreren wichtigen Strecken fahren ICE-Züge seltener. Gleichzeitig verlängert sich die Reisezeit teilweise um etwa eine Stunde.
Auf der Verbindung Frankfurt – Kassel – Hamburg verkehren ICE-Züge mindestens im Zweistundentakt. Zwischen Frankfurt und Kassel gilt ein geänderter Fahrplan, zahlreiche Verbindungen entfallen.
Nach Angaben der Deutschen Bahn bleibt auf dieser Strecke nur etwa ein Drittel des üblichen Fernverkehrsangebots bestehen. Wegen der Umleitungen müssen Reisende mit einer Verlängerung der Fahrzeit um rund 60 Minuten rechnen.
Auf der Strecke Frankfurt – Fulda – Kassel – Berlin verkehren ICE-Züge ebenfalls nur alle zwei Stunden statt wie üblich stündlich. Zwischen Frankfurt und Fulda werden die Züge umgeleitet, wodurch sich die Reisezeit um etwa eine Stunde verlängert.
Ähnliche Änderungen gelten auf der Verbindung Frankfurt – Fulda – Erfurt – Berlin. Auch dort wird das Angebot auf einen Zweistundentakt reduziert. Die Reisezeit steigt wegen der Umleitung zwischen Frankfurt und Fulda um ungefähr 60 Minuten.
Züge zwischen Frankfurt, Erfurt und Dresden werden umgeleitet
Erhebliche Änderungen gibt es außerdem auf der Strecke Wiesbaden – Frankfurt – Fulda – Erfurt – Leipzig – Dresden. Die Züge werden zwischen Frankfurt und Erfurt über Aschaffenburg und Würzburg umgeleitet.
Durch die geänderte Streckenführung entfallen die Halte in Fulda, Bad Hersfeld, Eisenach und Gotha. Die Reisezeit verlängert sich um etwa eine Stunde.
Einzelne Verbindungen zwischen Frankfurt und Wiesbaden fallen ebenfalls aus. Reisende mit Umstiegen in Frankfurt, Fulda oder Erfurt sollten zusätzliche Zeit einplanen und mögliche Änderungen der Abfahrtsgleise beachten.
Reisende sollen den Fahrplan vor der Abfahrt prüfen
Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass der Fahrplan abhängig vom Verlauf der Arbeiten weiter angepasst werden kann. Aktuelle Informationen zu Zugausfällen, Umleitungen, Ersatzbussen und Verspätungen veröffentlicht das Unternehmen im DB Navigator und auf seiner Internetseite.
Fahrgäste sollten ihre Verbindung unmittelbar vor der Abfahrt prüfen. Das gilt insbesondere für Reisen mit Umstiegen in Fulda, Frankfurt, Kassel, Erfurt oder Würzburg. Wegen des reduzierten Angebots ist auf einzelnen Strecken mit stark ausgelasteten Zügen und Ersatzbussen zu rechnen.
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