Startseite AktuellesIn Deutschland stehen zehn Begriffe für das Jugendwort 2026 zur Wahl. Das bedeuten 67, Digga, Crashout, Ragebait, Schere und süper.

In Deutschland stehen zehn Begriffe für das Jugendwort 2026 zur Wahl. Das bedeuten 67, Digga, Crashout, Ragebait, Schere und süper.

von Johanna Richter
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In Deutschland stehen zehn Begriffe für das Jugendwort 2026 zur Wahl. Das bedeuten 67, Digga, Crashout, Ragebait, Schere und süper.

In Deutschland hat die Abstimmung über das „Jugendwort des Jahres 2026“ begonnen. Der Langenscheidt-Verlag veröffentlichte eine Liste mit zehn Wörtern und Ausdrücken, die um den Titel konkurrieren. Unter den Kandidaten befinden sich Begriffe aus dem Englischen und Türkischen sowie Ausdrücke aus Videospielen, Memes, Musik und sozialen Netzwerken. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.

An der Abstimmung dürfen Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von elf bis 20 Jahren teilnehmen. Die erste Runde läuft bis zum 20. August. Anschließend werden drei Finalisten ausgewählt. Das Siegerwort soll am 10. Oktober 2026 bekannt gegeben werden.

„67“: Eine universelle Antwort ohne feste Bedeutung

Zu den ungewöhnlichsten Kandidaten gehört die Zahlenkombination „67“. Im deutschsprachigen Jugendjargon wird sie nach englischem Vorbild als „six seven“ ausgesprochen, also zuerst die Sechs und dann die Sieben.

Der Trend entstand in den USA und verbreitete sich vor allem über TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (67)“ des US-Rappers Skrilla. Eine eindeutig festgelegte Bedeutung hat der Ausdruck nicht.

Jugendliche verwenden „67“ in sehr unterschiedlichen Situationen: als Scherz, spontane Reaktion, bedeutungslose Antwort oder Mittel, um ein Gespräch fortzusetzen. Gerade die fehlende klare Bedeutung machte die Kombination für Memes und Kurzvideos attraktiv.

Crashout steht für Kontrollverlust oder emotionalen Ausbruch

Auch das englische Wort crashout schaffte es auf die Liste. Es beschreibt eine Situation, in der jemand die Beherrschung verliert, übermäßig stark auf ein Problem reagiert oder einen heftigen emotionalen Ausbruch erlebt.

Der Begriff kann ernst oder ironisch verwendet werden. Ein Jugendlicher kann etwa sagen, dass gleich ein „Crashout“ bevorsteht, wenn der Smartphone-Akku fast leer ist, das Internet ausfällt oder Pläne kurzfristig scheitern.

Im Jugendjargon wird das Wort inzwischen weiter gefasst als im ursprünglichen englischen Gebrauch. Häufig bezeichnet es auch eine kurze Überreaktion wegen einer alltäglichen Kleinigkeit.

Digga ist erneut unter den Kandidaten

Mit Digga ist auch ein Begriff vertreten, der seit Jahren in der deutschen Umgangssprache gebräuchlich ist. Er geht auf das Wort „Dicker“ zurück, hat im heutigen Sprachgebrauch jedoch nichts mit Körpergewicht oder Aussehen zu tun.

Digga dient als informelle Anrede für Freunde, Bekannte oder Gesprächspartner. Inhaltlich ähnelt es englischen Wörtern wie bro, buddy oder dude sowie Ausdrücken wie „Bruder“, „Kumpel“ oder „Alter“.

Je nach Tonfall kann das Wort Überraschung, Ärger, Begeisterung oder bloße Aufmerksamkeit ausdrücken. Es wird nicht nur für einzelne Personen verwendet, sondern auch als allgemeine Anrede für eine Gruppe.

„Du bist genug“ verbreitete sich über Musik und TikTok

Ein weiterer Kandidat ist die Formulierung „Du bist genug“. Bekannt wurde sie durch Songs von Kitschkrieg, Blumengarten und Shirin David.

Nachdem die Titel auf TikTok größere Reichweite erzielt hatten, wurde der Satz zur Vorlage für Memes, Kurzvideos, Parodien und emotionale Beiträge. Er kann als ernst gemeinte Ermutigung, ironischer Kommentar oder Reaktion auf Themen rund um Selbstwertgefühl verwendet werden.

In sozialen Netzwerken taucht der Ausdruck häufig in Videos über Beziehungen, Freundschaft, Schule oder persönliche Rückschläge auf. Seine Bedeutung reicht daher von ehrlicher Unterstützung bis zu bewusst übertriebener Dramatik.

„Guter Käse“ dient als positives Urteil

Auch die Formulierung „guter Käse“ gehört zu den zehn Kandidaten. Laut Langenscheidt nutzen Jugendliche sie, um etwas besonders Gelungenes positiv zu bewerten.

Damit können etwa ein neuer Song, ein Video, Kleidung, ein Witz, ein Spiel oder eine Veranstaltung beschrieben werden. Der Satz „Dieser Song ist wirklich guter Käse“ bedeutet, dass das Lied sehr gut ankommt.

Die Wendung lebt von der absichtlich ungewöhnlichen Wortkombination. Gerade ihre Absurdität machte sie in der Online-Kommunikation auffällig.

Macker erlebt ein Comeback

Das Wort Macker ist im Deutschen nicht neu. Nach Angaben des Verlags wird es derzeit jedoch wieder häufiger von jungen Menschen verwendet.

Es kann einen Jungen, Freund, Bekannten oder engen Kumpel bezeichnen. Gleichzeitig hat das Wort oft einen ironischen Unterton und kann je nach Situation freundlich oder leicht spöttisch wirken.

Macker kommt sowohl als direkte Anrede als auch bei der Beschreibung einer anderen Person vor. In sozialen Netzwerken wird der Begriff in Memes, Kommentaren und Kurzvideos verwendet, wobei der Tonfall über die genaue Bedeutung entscheidet.

Peak bezeichnet den höchsten Punkt

Das englische Wort peak bedeutet wörtlich „Gipfel“ oder „Höhepunkt“. Im Jugendjargon beschreibt es einen Moment, in dem etwas sein höchstes Niveau erreicht hat oder kaum noch zu übertreffen ist.

Als peak können etwa ein Song, eine Serie, ein Witz, ein Auftritt oder eine besondere Szene in einem Spiel bezeichnet werden. Das Wort dient als kurze Bewertung für maximale Qualität oder einen Höhepunkt.

In manchen Zusammenhängen wird es auch sarkastisch gebraucht. Eine misslungene Situation kann dann ironisch als peak bezeichnet werden, um ihre vermeintliche Bedeutung zu überzeichnen.

Ragebait provoziert gezielt Empörung

Zum Auswahlfeld gehört außerdem der Begriff ragebait. Damit sind Inhalte gemeint, die bewusst Ärger, Empörung oder Streit auslösen sollen.

Dabei kann es sich um provokante Aussagen, offensichtlich falsche Behauptungen, absurde Meinungen oder Videos handeln, in denen allgemein akzeptierte Regeln absichtlich missachtet werden.

Ziel von Ragebait ist meist, mehr Kommentare, Aufrufe und Weiterleitungen zu erzeugen. Auch negative Reaktionen sorgen dafür, dass Algorithmen sozialer Netzwerke einen Beitrag häufiger anzeigen.

Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit TikTok, Instagram, YouTube und anderen Plattformen verwendet. Jugendliche nutzen ihn, um darauf hinzuweisen, dass ein Beitrag nur provozieren soll und nicht ernst genommen werden muss.

Schere: Eine Entschuldigung aus der Gaming-Szene

Das Wort Schere stammt in dieser Bedeutung ursprünglich aus der Gaming-Kultur. Dort wurde es als kurze Form verwendet, um einen eigenen Fehler einzugestehen oder sich bei einem Team zu entschuldigen.

Später löste sich der Begriff vom Videospielkontext. Heute kann Schere im Alltag so viel bedeuten wie „mein Fehler“, „Entschuldigung“ oder „ich habe Mist gebaut“.

Ein Beispiel wäre: „Schere, ich habe mich lange nicht gemeldet.“ Das Wort ersetzt dabei eine ausführliche Entschuldigung und verleiht der Nachricht einen lockeren, scherzhaften Ton.

Die Entwicklung zeigt, wie Begriffe aus Online-Spielen in die Alltagssprache übergehen und schließlich auch von Menschen genutzt werden, die selbst kaum spielen.

Süper wurde durch ein virales Video bekannt

Mit süper ist auch ein türkisches Wort nominiert. Es bedeutet „super“, „großartig“ oder „hervorragend“.

Nach Angaben von Langenscheidt erhielt der Begriff durch ein virales Video mit einem Ultramarathonläufer neuen Auftrieb. Nach dem Rennen wurde der Sportler nach seinem Befinden gefragt und antwortete knapp: „Süper“.

Die Aussprache und der Kontext des Videos sorgten in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit. Der Clip wurde vielfach nachgestellt, bearbeitet und als Vorlage für neue Memes verwendet.

Im Jugendjargon kann süper sowohl eine ehrlich positive Reaktion als auch eine ironische Antwort auf Erschöpfung, Misserfolg oder eine schwierige Situation sein.

Susanne Daubner präsentierte die Begriffe erneut

Die Kandidaten für das „Jugendwort des Jahres“ wurden erneut von Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner vorgestellt. Ihr Auftritt ist inzwischen zu einer jährlichen Tradition geworden.

Daubner las die Begriffe mit möglichst korrekter Aussprache und passender Betonung vor. Einige Kandidaten präsentierte sie zudem mit musikalischen Einlagen oder rhythmischem Vortrag.

Die Videos mit der Nachrichtensprecherin werden regelmäßig in sozialen Netzwerken verbreitet. Der Kontrast zwischen ihrer sachlichen Nachrichtensprache und lockerem Jugendjargon ist längst Teil der Langenscheidt-Kampagne.

Abstimmung läuft bis zum 20. August

Die erste Abstimmungsrunde begann am 28. Juli 2026. Teilnehmen dürfen Nutzerinnen und Nutzer im Alter von elf bis 20 Jahren.

Bis zum 20. August kann für einen der zehn Begriffe abgestimmt werden. Danach bestimmt Langenscheidt die drei Wörter mit der größten Unterstützung.

In einer zweiten Runde wird nur noch über diese drei Finalisten abgestimmt. Das Siegerwort soll am 10. Oktober 2026 bekannt gegeben werden.

Im vergangenen Jahr gewann der Ausdruck „Das crazy“. Er wird als universelle Reaktion verwendet, wenn jemand nicht weiß, was er sagen soll, oder keine passende Antwort formulieren kann.

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