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Wegovy gibt es in der EU als Tablette. Wie wirksam orales Semaglutid ist, wer es einnehmen darf und was es von der Spritze unterscheidet.

von Johanna Richter
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Wegovy gibt es in der EU als Tablette. Wie wirksam orales Semaglutid ist, wer es einnehmen darf und was es von der Spritze unterscheidet.

Wegovy steht in der Europäischen Union künftig auch als Tablette zur Verfügung. Die Europäische Kommission hat die orale Variante des Adipositasmedikaments zugelassen. Damit gibt es erstmals ein GLP-1-Präparat zum Einnehmen, das in der EU ausdrücklich für die Gewichtskontrolle vorgesehen ist.  Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.

Die Tablette enthält denselben Wirkstoff wie die bereits verfügbare Wegovy-Spritze: Semaglutid. Während das Präparat bislang einmal pro Woche unter die Haut injiziert wurde, muss die neue Form täglich und nach festen Regeln eingenommen werden. Sie richtet sich vor allem an Menschen, die Injektionen vermeiden möchten oder Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Anwendung eines Pens haben.

Wegovy bleibt auch in Tablettenform verschreibungspflichtig. Das Medikament ist zur Behandlung von Adipositas und bestimmten Fällen von Übergewicht vorgesehen. Es ist nicht für Personen zugelassen, die ohne medizinische Notwendigkeit kurzfristig einige Kilogramm verlieren wollen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte zuvor die Zulassung von vier Dosierungsstärken empfohlen. Vorgesehen sind Tabletten mit 1,5, 4, 9 und 25 Milligramm Semaglutid. Die Genehmigung der Europäischen Kommission wurde am 15. Juli 2026 bekannt gegeben.

Was Wegovy-Tablette und Wegovy-Spritze gemeinsam haben

Beide Darreichungsformen basieren auf Semaglutid. Der Wirkstoff ahmt die Wirkung des körpereigenen Darmhormons GLP-1 nach. Dieses Hormon ist unter anderem an der Steuerung von Hunger, Sättigung und Blutzucker beteiligt.

Semaglutid wirkt auf bestimmte Rezeptoren im Gehirn und im Verdauungssystem. Dadurch kann das Hungergefühl nachlassen, während das Sättigungsgefühl länger anhält. Gleichzeitig wird die Entleerung des Magens verlangsamt. Viele behandelte Personen nehmen deshalb kleinere Portionen zu sich und verspüren zwischen den Mahlzeiten weniger Appetit.

Der grundlegende Wirkmechanismus verändert sich nicht dadurch, ob Semaglutid gespritzt oder geschluckt wird. Unterschiede bestehen jedoch bei der Aufnahme des Wirkstoffs, der benötigten Dosierung und dem Behandlungsrhythmus.

Die injizierbare Variante wird einmal pro Woche verabreicht. Das Semaglutid gelangt dabei direkt aus dem Unterhautgewebe in den Blutkreislauf. Bei der Tablette muss der Wirkstoff zunächst den Magen passieren und über die Magenschleimhaut aufgenommen werden.

Nur ein kleiner Teil der geschluckten Wirkstoffmenge erreicht tatsächlich den Kreislauf. Aus diesem Grund ist die tägliche Dosis der Tablette deutlich höher als die wöchentliche Dosis der Spritze.

Die höchste Tablettenstärke enthält 25 Milligramm Semaglutid pro Tagesdosis. Bei der bisher üblichen Injektion liegt die maximale reguläre Dosis bei 2,4 Milligramm pro Woche. Die höheren Milligrammangaben der Tablette bedeuten jedoch nicht, dass sie entsprechend stärker wirkt. Ein erheblicher Anteil des Wirkstoffs wird im Verdauungstrakt nicht aufgenommen.

Wie stark die Gewichtsabnahme mit der Tablette ausfällt

Studien zufolge kann oral eingenommenes Semaglutid eine Gewichtsabnahme erreichen, die in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der Wegovy-Spritze liegt. Entscheidend sind dabei die verwendete Dosierung, die Dauer der Therapie und die korrekte tägliche Einnahme.

In der klinischen Studie OASIS 4 wurde die Wirkung von täglich 25 Milligramm Semaglutid untersucht. Teilgenommen hatten Erwachsene mit Adipositas sowie Menschen mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Nach 64 Wochen hatten die Personen in der Semaglutid-Gruppe durchschnittlich rund 13,6 Prozent ihres ursprünglichen Körpergewichts verloren. In dieser Berechnung wurden auch Teilnehmende berücksichtigt, die das Medikament nicht während des gesamten Untersuchungszeitraums wie vorgesehen einnahmen oder die Behandlung vorzeitig beendeten.

Bei den Patientinnen und Patienten, die sich vollständig an das Studienprotokoll hielten, betrug die mittlere Gewichtsabnahme 16,6 Prozent. Mehr als ein Drittel dieser Gruppe verlor mindestens 20 Prozent des Ausgangsgewichts.

Bei einem Anfangsgewicht von 100 Kilogramm entspräche eine durchschnittliche Reduktion um 13,6 Prozent einem Gewichtsverlust von 13,6 Kilogramm. Bei 16,6 Prozent wären es 16,6 Kilogramm. Die individuellen Ergebnisse können jedoch deutlich von diesen Durchschnittswerten abweichen.

Auch die Studien zur injizierbaren Wegovy-Variante zeigen unterschiedliche Resultate. In mehreren Untersuchungen verloren die Teilnehmenden innerhalb von etwa 68 Wochen durchschnittlich 15 bis 17 Prozent ihres Ausgangsgewichts. Bei konsequenter Therapietreue oder abweichenden Dosierungen wurden in einzelnen Untersuchungen Werte von annähernd 19 Prozent erreicht.

Die Medikamente wurden in den Studien nicht als alleinige Maßnahme eingesetzt. Die Teilnehmenden erhielten zusätzlich Vorgaben zur Reduzierung der Kalorienaufnahme und zur Steigerung ihrer körperlichen Aktivität. Die gemessene Gewichtsabnahme ist daher das Ergebnis einer kombinierten Behandlung.

Aus den Durchschnittswerten lässt sich nicht ableiten, wie stark eine einzelne Person abnehmen wird. Die Wirkung hängt unter anderem vom Ausgangsgewicht, von Begleiterkrankungen, der Verträglichkeit, der Einnahmetreue und der individuellen Reaktion auf Semaglutid ab.

Weshalb Wegovy morgens nüchtern eingenommen werden muss

Die Einnahme der Wegovy-Tablette ist an genaue Vorgaben gebunden. Sie soll morgens unmittelbar nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen geschluckt werden. Dafür ist nur eine kleine Menge Wasser vorgesehen.

Nach der Einnahme dürfen Patientinnen und Patienten mindestens 30 Minuten lang weder essen noch trinken. In diesem Zeitraum sollen auch keine anderen Medikamente eingenommen werden. Erst danach sind Frühstück, Kaffee und weitere Arzneimittel möglich.

Diese Vorgaben hängen mit der Struktur von Semaglutid zusammen. Der Wirkstoff gehört zu den Peptiden und kann durch Magensäure sowie Verdauungsenzyme abgebaut werden. Ohne zusätzliche Schutzmechanismen würde ein großer Teil der Substanz zerstört, bevor sie über die Schleimhaut aufgenommen werden kann.

Die Tablette enthält deshalb einen Hilfsstoff, der im direkten Umfeld des Arzneimittels vorübergehend geeignete Bedingungen für die Aufnahme schafft. Dadurch kann Semaglutid über die Magenschleimhaut in den Körper gelangen.

Nahrungsmittel, Kaffee, Saft, andere Getränke, große Wassermengen oder gleichzeitig eingenommene Medikamente können diesen Prozess stören. Die Menge des aufgenommenen Wirkstoffs kann dann geringer ausfallen als vorgesehen.

Eine unregelmäßige oder fehlerhafte Einnahme kann deshalb die Wirksamkeit beeinträchtigen. Selbst wenn eine Person die Tablette täglich schluckt, kann die tatsächliche Semaglutid-Menge im Blut schwanken, wenn die Nüchternregeln nicht eingehalten werden.

Bei der Wegovy-Spritze bestehen diese Einschränkungen nicht. Die Injektion kann grundsätzlich unabhängig von Mahlzeiten erfolgen. Wichtig ist vor allem, dass sie einmal wöchentlich und möglichst an einem festgelegten Wochentag verabreicht wird.

Für welche Patientinnen und Patienten die Tablette vorgesehen ist

Die orale Wegovy-Variante ist zur Behandlung erwachsener Menschen mit Adipositas zugelassen. Als Adipositas gilt in der Regel ein Body-Mass-Index von mindestens 30 Kilogramm pro Quadratmeter.

Das Medikament kann außerdem Erwachsenen mit einem BMI ab 27 verschrieben werden, wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Dazu gehören beispielsweise Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, obstruktive Schlafapnoe oder bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Entscheidung über eine Verordnung trifft eine Ärztin oder ein Arzt. Dabei werden nicht nur BMI und Körpergewicht berücksichtigt. Auch bestehende Erkrankungen, frühere Behandlungen, regelmäßig eingenommene Medikamente und mögliche Gegenanzeigen spielen eine Rolle.

Eine Abneigung gegen Spritzen kann bei der Wahl der Darreichungsform berücksichtigt werden. Sie stellt für sich genommen jedoch keine medizinische Indikation für eine Behandlung mit Semaglutid dar. Zunächst muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine medikamentöse Adipositastherapie erfüllt sind.

Die Tablette ist nach den Zulassungsangaben ausschließlich für Erwachsene vorgesehen. Die injizierbare Wegovy-Variante kann in der Europäischen Union unter bestimmten Bedingungen auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren eingesetzt werden. Dafür gelten eigene Anforderungen an BMI, Körpergewicht und Diagnose.

Besonders relevant könnte die orale Form für Menschen sein, die eine Behandlung wegen ausgeprägter Angst vor Nadeln bisher abgelehnt haben. Auch Personen, die Schwierigkeiten mit der Bedienung eines Injektionspens haben, erhalten damit eine weitere Behandlungsoption.

Die Tablette ist jedoch nicht automatisch für jeden Alltag einfacher. Wer morgens weitere Medikamente einnehmen muss, im Schichtdienst arbeitet oder unregelmäßige Essenszeiten hat, muss den Einnahmeplan mit der behandelnden Praxis abstimmen.

Welche Nebenwirkungen bei oralem Semaglutid möglich sind

Da sowohl die Tablette als auch die Spritze Semaglutid enthalten, ähneln sich die bekannten Nebenwirkungen. Am häufigsten sind Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Sie treten vor allem zu Beginn der Therapie und nach einer Erhöhung der Dosis auf.

Zu den häufig genannten Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit;
  • Erbrechen;
  • Durchfall;
  • Verstopfung;
  • Bauchschmerzen;
  • Druck- oder Völlegefühl;
  • Blähungen;
  • Sodbrennen;
  • Aufstoßen;
  • verminderter Appetit.

Die Beschwerden können sich im weiteren Verlauf der Behandlung abschwächen, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt. Um die Verträglichkeit zu verbessern, wird Semaglutid nicht sofort in der höchsten Dosis verabreicht.

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Wirkstoffmenge. Anschließend wird die Dosis über mehrere Stufen und einen längeren Zeitraum erhöht. Das genaue Schema richtet sich nach der zugelassenen Dosierung und der individuellen Verträglichkeit.

Neben den häufigen Magen-Darm-Beschwerden sind seltenere, aber medizinisch relevante Komplikationen möglich. Dazu zählen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Erkrankungen der Gallenblase sowie Flüssigkeitsmangel infolge von starkem Erbrechen oder anhaltendem Durchfall.

Ein ausgeprägter Flüssigkeitsverlust kann die Nierenfunktion belasten oder bereits vorhandene Nierenprobleme verschärfen. Besonders aufmerksam sollten daher Menschen sein, die aufgrund anderer Erkrankungen bereits ein erhöhtes Risiko für Dehydrierung oder Nierenfunktionsstörungen haben.

Starke, anhaltende Schmerzen im Oberbauch, wiederholtes Erbrechen oder deutliche Zeichen eines Flüssigkeitsmangels müssen ärztlich abgeklärt werden. Dazu können Schwindel, ungewöhnlich geringe Urinmengen, starke Schwäche oder ein trockener Mund gehören.

Semaglutid verlangsamt zudem die Magenentleerung. Dieser Effekt kann bei Operationen und Untersuchungen unter Narkose relevant sein. Patientinnen und Patienten sollten medizinisches Personal deshalb vor geplanten Eingriffen über die Einnahme informieren.

Die verzögerte Magenentleerung kann außerdem beeinflussen, wie schnell andere oral eingenommene Arzneimittel aufgenommen werden. Bei Medikamenten, deren Wirkung von einer besonders genauen Dosierung oder einem festen Einnahmezeitpunkt abhängt, kann eine zusätzliche ärztliche Kontrolle notwendig sein.

Weshalb Wegovy nicht für einen schnellen Gewichtsverlust gedacht ist

Die Tablettenform kann leichter zugänglich wirken als ein Medikament zur Injektion. An der medizinischen Bedeutung der Behandlung ändert die neue Darreichungsform jedoch nichts.

Semaglutid beeinflusst hormonelle Mechanismen, die Hunger, Sättigung, Nahrungsaufnahme und Verdauung regulieren. Wegovy ist daher kein frei verkäufliches Schlankheitsmittel und kein Nahrungsergänzungspräparat.

Das Medikament ist für die längerfristige Behandlung von Adipositas vorgesehen. Adipositas wird als chronische Erkrankung betrachtet, die häufig eine dauerhafte medizinische Betreuung erfordert.

Während der Behandlung kann der Appetit deutlich sinken. Nach dem Absetzen kann dieser Effekt wieder nachlassen. Ohne dauerhafte Veränderungen bei Ernährung, Bewegung und Alltagsgewohnheiten ist eine erneute Gewichtszunahme möglich.

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beurteilen deshalb nicht nur den Gewichtsverlust während der ersten Monate. Sie prüfen auch, ob das Präparat vertragen wird, ob sich Begleiterkrankungen verändern und ob eine längerfristige Fortsetzung der Therapie medizinisch sinnvoll ist.

Semaglutid sollte nicht über fremde Rezepte, nicht zugelassene Plattformen oder nicht überprüfbare Onlinehändler bezogen werden. Bei solchen Angeboten kann unklar sein, ob es sich tatsächlich um den angegebenen Wirkstoff handelt und ob Herstellung, Lagerung und Dosierung den vorgeschriebenen Standards entsprechen.

Auch die Dosis darf nicht eigenständig erhöht werden. Eine zu schnelle Steigerung kann das Risiko für schwere Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufprobleme und Flüssigkeitsmangel erhöhen.

Welche Vor- und Nachteile die Tablette im Alltag hat

Der wichtigste Vorteil der oralen Wegovy-Form ist der Verzicht auf regelmäßige Injektionen. Menschen mit Nadelphobie oder Unsicherheit im Umgang mit einem Injektionspen können Semaglutid dadurch einnehmen, ohne sich selbst spritzen zu müssen.

Für die Tablette werden außerdem keine Nadeln, Pens oder weiteren Injektionshilfen benötigt. Das kann die Mitnahme auf Reisen erleichtern und reduziert den Aufwand bei der Entsorgung benutzter Injektionsmaterialien.

Dem stehen die täglichen Einnahmeregeln gegenüber. Die Tablette muss jeden Morgen auf nüchternen Magen geschluckt werden. Anschließend ist eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten einzuhalten.

Wer die Einnahme vergisst oder bereits gefrühstückt hat, kann die Dosis nicht ohne Weiteres unter denselben Bedingungen nachholen. Bei einer täglichen Therapie gibt es zudem mehr einzelne Einnahmezeitpunkte, an die gedacht werden muss.

Die wöchentliche Injektion kann im Vergleich organisatorisch einfacher sein. Sie wird an einem festen Tag verabreicht und ist nicht an Mahlzeiten gebunden. Dafür müssen sich die Patientinnen und Patienten selbst spritzen oder Unterstützung bei der Anwendung erhalten.

Welche Form besser zum jeweiligen Alltag passt, hängt deshalb nicht allein von der Einstellung zu Nadeln ab. Auch Arbeitszeiten, morgendliche Routinen, Reisen, Begleitmedikamente und die Fähigkeit zur regelmäßigen Einnahme müssen berücksichtigt werden.

Menschen mit Schichtarbeit könnten Schwierigkeiten haben, täglich einen vergleichbaren nüchternen Zeitraum einzuplanen. Ähnliches gilt für Personen, die morgens zwingend andere Arzneimittel einnehmen müssen.

Wann Wegovy-Tabletten in Deutschland erhältlich sein könnten

Die Zulassung durch die Europäische Kommission gilt grundsätzlich für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie bedeutet jedoch nicht, dass das Medikament sofort und gleichzeitig in sämtlichen Ländern in Apotheken verfügbar ist.

Nach der zentralen Genehmigung folgen nationale Schritte. Dazu gehören unter anderem die Planung des Vertriebs, die Festlegung des Preises und mögliche Verhandlungen über Erstattung oder Kostenübernahme.

Der Hersteller kann die Markteinführung daher in einzelnen EU-Staaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten vornehmen. Für Deutschland und andere europäische Märkte können jeweils eigene Starttermine gelten.

Die Wegovy-Tabletten werden ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich sein. Konkrete Verkaufspreise waren zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der europäischen Zulassung noch nicht veröffentlicht.

Bei der injizierbaren Wegovy-Variante kam es aufgrund der hohen Nachfrage zeitweise zu Lieferengpässen. Die zusätzliche Darreichungsform könnte das Angebot erweitern, garantiert jedoch keine sofortige flächendeckende Versorgung.

Tabletten benötigen keine Einweg-Injektionspens und können unter Umständen einfacher gelagert und transportiert werden. Wie schnell ausreichende Produktionsmengen bereitstehen, hängt jedoch von den Kapazitäten des Herstellers und der Nachfrage in den einzelnen Ländern ab.

Ob Ärztinnen und Ärzte die Tablette unmittelbar nach dem Verkaufsstart in größerem Umfang verordnen, dürfte auch von Preis, Lieferfähigkeit, Erstattungsregeln und den Erfahrungen aus der praktischen Anwendung abhängen.

Welche neuen Adipositasmedikamente derzeit entwickelt werden

Mit der Zulassung von Wegovy als Tablette wächst das Angebot an GLP-1-basierten Therapien gegen Adipositas. Gleichzeitig arbeiten mehrere Pharmaunternehmen an weiteren oral einzunehmenden Wirkstoffen und an neuen Injektionspräparaten.

Zu den wichtigen oralen Entwicklungswirkstoffen zählt Orforglipron von Eli Lilly. Anders als Semaglutid handelt es sich nicht um ein Peptid, sondern um ein kleines Molekül.

Der Wirkstoff wird im Verdauungssystem anders verarbeitet und könnte deshalb ohne die strengen Nüchternregeln der Semaglutid-Tablette eingenommen werden. Auch eine festgelegte Wartezeit bis zum Frühstück könnte bei einem solchen Präparat entfallen.

Untersucht wird außerdem Retatrutid. Der injizierbare Wirkstoff aktiviert gleichzeitig Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glukagon. Damit verbindet er drei hormonelle Wirkmechanismen.

In Studien mit höheren Dosierungen wurden bei einzelnen Gruppen deutliche Gewichtsverluste beobachtet. Der Wirkstoff befindet sich jedoch weiterhin in der klinischen Entwicklung und ist noch nicht regulär als Adipositasmedikament verfügbar.

Weitere Forschungsprogramme befassen sich mit Kombinationen unterschiedlicher Darmhormone, Wirkstoffen zur Erhaltung der Muskelmasse und Präparaten für Menschen mit bestimmten Begleiterkrankungen.

Dazu gehören Patientengruppen mit Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Schlafapnoe oder besonders schwerer Adipositas. Künftige Therapien sollen nicht ausschließlich nach der erreichbaren Gewichtsabnahme beurteilt werden.

Auch Verträglichkeit, Auswirkungen auf Begleiterkrankungen, Einnahmekomfort und individuelle Stoffwechselreaktionen spielen bei der Entwicklung eine zunehmende Rolle. Nach Angaben der Pharmaindustrie befinden sich weltweit zahlreiche weitere Wirkstoffe gegen Adipositas in verschiedenen Phasen der klinischen Prüfung.

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