Startseite TechnologieGoogle erhält eine Strafe von 403 Millionen Euro wegen DSGVO-Verstößen bei der Verarbeitung und Speicherung von Standortdaten europäischer Nutzer.

Google erhält eine Strafe von 403 Millionen Euro wegen DSGVO-Verstößen bei der Verarbeitung und Speicherung von Standortdaten europäischer Nutzer.

von Johanna Richter
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Google erhält eine Strafe von 403 Millionen Euro wegen DSGVO-Verstößen bei der Verarbeitung und Speicherung von Standortdaten europäischer Nutzer.

Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat gegen Google eine Geldbuße in Höhe von 403 Millionen Euro verhängt. Grund dafür sind Verstöße gegen europäische Datenschutzvorschriften. Im Mittelpunkt stehen der Umgang des Unternehmens mit Standortdaten seiner Nutzer sowie die Frage, wie transparent Google über entsprechende Einstellungen und die Verarbeitung dieser Informationen informiert hat. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu Politico

Warum Google die Millionenstrafe erhielt

Die Datenschutzbehörde stellte insgesamt vier Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fest. Die Untersuchung konzentrierte sich darauf, wie Google Informationen über den Standort seiner Nutzer erfasst, verarbeitet und gespeichert hat.

Betroffen waren unter anderem die Funktionen Web & App Activity, Location History und Location Accuracy. Die DPC untersuchte dabei nicht nur die technische Verarbeitung der Standortdaten, sondern auch, ob Nutzer ausreichend verständlich darüber informiert wurden, wann und zu welchen Zwecken diese Daten erfasst werden.

Mit 403 Millionen Euro gehört die Strafe zu den höchsten Geldbußen, die die irische Datenschutzbehörde bislang verhängt hat. Für Google handelt es sich zugleich um eine der bedeutendsten Sanktionen durch die DPC.

Untersuchung begann nach Beschwerden von Verbraucherschützern

Die Prüfung der Google-Praktiken erstreckte sich über mehrere Jahre. Die DPC leitete das Verfahren bereits 2020 ein, nachdem Verbraucherschutzorganisationen aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union Beschwerden eingereicht hatten.

Dabei ging es unter anderem um die Art und Weise, wie Nutzer zur Aktivierung von Funktionen aufgefordert wurden, die mit der Übermittlung von Standortinformationen verbunden waren. Kritisiert wurde insbesondere der mögliche Einsatz sogenannter „Dark Patterns“.

Damit sind Gestaltungselemente von Benutzeroberflächen gemeint, die Nutzer zu bestimmten Entscheidungen bewegen können. Im konkreten Fall stand die Frage im Raum, ob Menschen dadurch dazu gebracht wurden, Einstellungen zur Übermittlung ihrer Standortdaten zu aktivieren.

Die irische Datenschutzkommission spielt bei der Durchsetzung der DSGVO gegenüber internationalen Technologiekonzernen eine zentrale Rolle. Zahlreiche große Unternehmen haben ihre europäischen Hauptsitze in Irland und fallen deshalb bei grenzüberschreitenden Datenschutzfragen in die Zuständigkeit der dortigen Behörde.

Google verweist auf bereits geänderte Standort-Einstellungen

Google erklärte, dass sich das Verfahren auf Praktiken und Einstellungen beziehe, die inzwischen überarbeitet worden seien. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin hat Google seine Regeln für den Umgang mit Standortinformationen seit 2019 deutlich verändert.

Das Unternehmen verweist zudem auf neue beziehungsweise überarbeitete Werkzeuge, mit denen Nutzer stärker kontrollieren können, welche Standortinformationen gespeichert werden und welche entsprechenden Funktionen in ihrem Google-Konto aktiviert sind.

Weitere Untersuchungen gegen Google laufen

Mit der Geldbuße wegen der Standortdaten sind die Prüfungen des Konzerns durch die irische Datenschutzbehörde nicht abgeschlossen. Die DPC beschäftigt sich weiterhin mit mehreren anderen Fragen rund um die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Google.

Dabei geht es unter anderem um die Nutzung und Verarbeitung von Daten im Zusammenhang mit dem KI-Modell PaLM 2. Weitere Untersuchungen betreffen personalisierte Werbung sowie die Verarbeitung personenbezogener Informationen bei der Registrierung von Google-Konten.

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