Startseite WirtschaftDie Rentenkommission schlägt die Abschaffung der Minijobs vor. Die Reform könnte rund 6,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland betreffen.

Die Rentenkommission schlägt die Abschaffung der Minijobs vor. Die Reform könnte rund 6,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland betreffen.

von Johanna Richter
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Die Rentenkommission schlägt die Abschaffung der Minijobs vor. Die Reform könnte rund 6,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland betreffen.

Die Rentenkommission in Deutschland schlägt vor, das System der sogenannten Minijobs weitgehend abzuschaffen. Künftig sollen nur noch Schülerinnen und Schüler von den bisherigen Sonderregelungen profitieren können. Der Vorschlag hat bereits eine intensive Debatte zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Arbeitsmarktexperten ausgelöst. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesspiegel.

Nach Angaben der Minijob-Zentrale arbeiten derzeit rund 6,8 Millionen Menschen in Deutschland in einem Minijob. Davon sind lediglich etwa 500.000 Beschäftigte jünger als 20 Jahre.

Welche Regeln derzeit gelten

Aktuell müssen Beschäftigte mit einem monatlichen Einkommen von bis zu 603 Euro keine regulären Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Rentenversicherungsbeiträge sind zwar vorgesehen, der Großteil wird jedoch vom Arbeitgeber übernommen.

Arbeitnehmer zahlen lediglich einen Eigenanteil von 3,6 Prozent zur Rentenversicherung. Auf Antrag können sie sich davon befreien lassen. Nach offiziellen Angaben nutzen rund 80 Prozent der Minijobber diese Möglichkeit.

Gerade deshalb gilt das Modell für viele Beschäftigte als attraktiv: Das Bruttogehalt entspricht nahezu dem Nettogehalt.

Warum die Rentenkommission eine Reform fordert

Nach Ansicht der Rentenkommission trägt das bestehende System nicht ausreichend zur Altersvorsorge bei. Die Abschaffung der Sonderregelungen könnte nach Auffassung der Kommission mehr Menschen dazu bewegen, reguläre Beschäftigungsverhältnisse mit höheren Einkommen und höheren Sozialversicherungsbeiträgen aufzunehmen.

Zudem könnten die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung steigen. Zusätzliche Beiträge würden sowohl durch die verpflichtende Beteiligung der Arbeitnehmer als auch durch möglicherweise höhere Löhne erzielt.

Arbeitgeber und Gewerkschaften bewerten die Pläne unterschiedlich

Wirtschaftsverbände haben die Vorschläge bereits scharf kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, warnte davor, dass die Abschaffung der Minijobs Hunderttausende Arbeitsplätze im Einzelhandel gefährden könnte.

Unterstützung erhält die Initiative dagegen von der Gewerkschaft Verdi. Deren Vorsitzender Frank Werneke betonte, dass viele Minijobber aufgrund der aktuellen Regelungen im Alter nur geringe Rentenansprüche erwerben.

Welche Risiken diskutiert werden

Ob die Reform tatsächlich die gewünschten Effekte erzielt, bleibt offen. Kritiker befürchten, dass ein Teil der Beschäftigten auf zusätzliche Erwerbstätigkeiten verzichten könnte, wenn diese finanziell weniger attraktiv werden.

Außerdem wird davor gewarnt, dass Schwarzarbeit zunehmen könnte. Sollten Arbeitnehmer versuchen, Einkommensverluste auf informellem Weg auszugleichen, könnte der erwartete Nutzen für die Sozialversicherungssysteme geringer ausfallen als erhofft.

Was für Studierende und Rentner geplant ist

Besonders umstritten sind die Vorschläge für Studierende und Rentner. Nach den Empfehlungen der Rentenkommission sollen auch für diese Gruppen viele bisherige Sonderregelungen entfallen.

Für Studierende könnte jedoch weiterhin die Möglichkeit bestehen, bis zu 20 Stunden pro Woche als Werkstudenten zu arbeiten. Für diese Beschäftigungsform würden vereinfachte Regelungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen weiterhin gelten.

Die Vorschläge der Rentenkommission befinden sich derzeit noch in der politischen Diskussion. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Minijobs in Deutschland wurde bislang nicht getroffen

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