In Brandenburg an der Havel dürfen ab dem 1. Januar 2027 keine Gelben Säcke mehr an die Straße. Im Landkreis Regensburg nehmen die Wertstoffhöfe ab Januar keine Leichtverpackungen mehr an, im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein endet die Sackabfuhr zum selben Datum. Mehrere Kommunen stellen zum Jahreswechsel vom Sack auf die Gelbe Tonne um, die Suchanfragen nach dem „Gelben Sack“ sind entsprechend gestiegen. Für Haushalte ist das vor allem eine Frage des Stellplatzes. Für Vermieter, Hausverwaltungen und kleine Gewerbebetriebe kommen ein paar organisatorische Punkte hinzu.

Wo der Gelbe Sack 2027 verschwindet
Einen bundesweiten Stichtag gibt es nicht. Ob gesammelt wird per Sack, Tonne oder Wertstoffinsel, legen die Kommunen gemeinsam mit den dualen Systemen fest. Einen Überblick über die aktuellen Umstellungen hat t-online am 28. Oktober zusammengestellt.
Die Termine im Überblick
- Brandenburg an der Havel: Tonnen werden ab November 2026 ausgeliefert, geleert wird ab Januar 2027. Säcke sind dann nicht mehr erlaubt.
- Landkreis Vorpommern-Greifswald: Der Austausch läuft seit Anfang Oktober. Gelbe Säcke werden nach dem 31. März 2027 nicht mehr mitgenommen.
- Kreis Steinburg: Verteilung von Mitte Oktober bis Ende Dezember 2026, ab 1. Januar 2027 keine Säcke mehr am Straßenrand.
- Landkreis Regensburg: Auslieferung an rund 95.000 Haushalte seit September, Sammlung über die Tonne ab Januar 2027.
- St. Ingbert (Saarland): Start zum 1. Januar 2027. Wer keine Tonne möchte, kann sie ab 1. März 2027 abholen lassen.
- München: Hier ersetzt die Gelbe Tonne ab 2027 die Wertstoffinseln für Verpackungen. Die Nutzung ist freiwillig, Glas- und Textilcontainer bleiben.
Warum Kommunen umstellen
Die Stadt Brandenburg an der Havel begründet den Wechsel mit der Robustheit der Tonnen. Dünne Plastiksäcke können bei Wind und Wetter beschädigt oder von Nagern aufgerissen werden. Im Landkreis Regensburg kommt ein organisatorischer Grund dazu: Jede Tonne trägt einen Chip und eine Registriernummer und ist in einem elektronischen Standortregister einem Grundstück zugeordnet. Sie bleibt beim Grundstück, auch wenn es verkauft wird.
Was die Umstellung kostet
Für Wohngrundstücke sind Bereitstellung und Leerung in allen genannten Regionen kostenlos. Finanziert wird die Verpackungssammlung über die dualen Systeme. Hersteller und Händler zahlen dort Lizenzentgelte, die bereits im Produktpreis stecken. Die kommunalen Müllgebühren steigen durch die Gelbe Tonne deshalb nicht.
Wann doch Gebühren anfallen
Kosten drohen bei Fehlwürfen. Tonnen mit deutlichen Störstoffen werden nicht geleert und mit einem Aufkleber markiert. Wird nach Aufforderung nicht nachsortiert, kann eine kostenpflichtige Sonderleerung als Restmüll folgen. In die Tonne gehören nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall, Holz und Verbundmaterial. Essensreste, Papier, Elektrogeräte und Schadstoffe haben dort nichts zu suchen. Eine ausführliche Liste der typischen Fehlwürfe steht in unserem Beitrag Was nicht in die Gelbe Tonne gehört.

Was Vermieter und Hausverwaltungen klären sollten
Im Landkreis Regensburg bekommt nicht jeder Haushalt eine eigene Tonne. Jedes Wohnobjekt erhält eine oder mehrere gemeinsam genutzte Behälter, deren Volumen sich an durchschnittlichen Verpackungsmengen orientiert. Geleert wird alle vier Wochen. Das hat praktische Folgen für Mehrfamilienhäuser.
Stellplatz und Bereitstellung
Die Tonne braucht einen festen Platz auf dem Grundstück. Bei Reihen- und Mehrfamilienhäusern mit ohnehin knappen Müllplätzen kann das eine Umgestaltung erfordern. Am Abfuhrtag muss die Tonne in Regensburg bis 6 Uhr am Straßenrand stehen. Wo ein Hausmeisterdienst das übernimmt, sollte die Verwaltung den Auftrag rechtzeitig um den neuen Termin erweitern.
Wenn die Tonne nicht reicht
Bei vierwöchiger Leerung füllt sich ein gemeinsamer Behälter in großen Haushalten schnell, besonders nach Feiertagen. Ob zusätzliche Tonnen oder größere Behälter möglich sind und ob sie Geld kosten, regelt jede Kommune selbst. Hausverwaltungen sollten das vor dem Start beim zuständigen Entsorger erfragen und die Mieter schriftlich über Standort, Abfuhrrhythmus und Trennregeln informieren.
Kleine Gewerbebetriebe
Die bisher veröffentlichten Informationen aus Regensburg richten sich ausdrücklich an Wohngrundstücke. Arztpraxen, Büros, kleine Läden oder Handwerksbetriebe mit eigenem Grundstück sollten deshalb nicht davon ausgehen, automatisch eine Tonne zu bekommen. Ob haushaltsähnliche Verpackungsmengen aus einem Gewerbe über die Gelbe Tonne laufen dürfen oder ein eigener Entsorgungsvertrag nötig ist, beantwortet der örtliche Entsorger.
Pflichten für Händler und Hersteller bleiben unverändert
An den Pflichten aus dem Verpackungsgesetz ändert die Umstellung nichts. Wer verpackte Ware erstmals gewerblich in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich im Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren und seine Verpackungen bei einem dualen System beteiligen. Das gilt für Hersteller, Importeure und Onlinehändler, auch bei kleinen Mengen. Die Registrierung ist kostenlos, muss aber vom Unternehmen selbst vorgenommen werden. Wer gegen die Pflichten verstößt, riskiert ein Vertriebsverbot und Bußgelder.
Was die Gelbe Tonne für Lizenzentgelte bedeutet
Ob sich die neue Sammelform auf die Lizenzentgelte auswirkt, ist offen. Die Preise legen die dualen Systeme in ihren Verträgen fest. Händler sollten ihre gemeldeten Mengen ohnehin jährlich prüfen. Wer bei Verpackungen sparen will, setzt eher beim Material an, wie unser Beitrag zu Barrierebeschichtungen in Papierverpackungen zeigt. Anregungen für weniger Verpackungsmüll im Weihnachtsgeschäft liefert der Text Zero Waste unterm Baum.
Woher Betroffene verlässliche Termine bekommen
Abfuhrtermine und Details veröffentlichen die Kommunen in ihren Abfall-Apps, Amtsblättern und auf den Seiten der Entsorger. Im Landkreis Regensburg hat der beauftragte Entsorger den Ablauf in einer Pressemitteilung beschrieben. Wer bis Mitte Dezember keine Tonne erhalten hat, sollte sich dort melden, bevor der letzte Sack-Termin verstrichen ist.