Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das Kernkraftwerk Saporischschja keine erhöhten Strahlenwerte festgestellt. Experten der Organisation, die sich weiterhin vor Ort befinden, führten nach dem Vorfall eine Inspektion der Anlage durch. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu spiegel.
Nach Angaben der IAEA wurden Schäden an einem Turbinengebäude festgestellt, das sich direkt neben einem der sechs Reaktoren befindet. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bezeichnete den Vorfall als schwerwiegend und warnte vor Risiken für die nukleare Sicherheit.
Inspektoren untersuchten beschädigte Turbinenhalle
Die Experten der IAEA besichtigten den beschädigten Bereich einen Tag nach dem Angriff. Ihren Angaben zufolge entsprechen die Schäden einem möglichen Drohneneinschlag. Außerdem wurden an der Einschlagstelle verkohlte Reste von Glasfasermaterial entdeckt.
Die Organisation vermeidet es jedoch weiterhin, eine der Konfliktparteien direkt für den Angriff verantwortlich zu machen.
Das Kernkraftwerk Saporischschja mit einer Leistung von 6000 Megawatt gilt als das größte Atomkraftwerk Europas. Die Anlage gehört zur Ukraine, steht jedoch seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Aus Sicherheitsgründen produziert das Kraftwerk derzeit keinen Strom, auf dem Gelände befinden sich jedoch weiterhin radioaktive Materialien.
Russland und Ukraine weisen sich gegenseitig die Schuld zu
Die von Russland eingesetzte Leitung des Kraftwerks sowie der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, machten ukrainische Streitkräfte für den Angriff verantwortlich. Nach russischen Angaben soll eine Drohne eingesetzt worden sein, die über ein Glasfaserkabel gesteuert wurde.
Die ukrainische Seite wies diese Vorwürfe zurück.
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