Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump haben sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York zu Gesprächen getroffen. Ein zentrales Thema war die Möglichkeit einer begrenzten Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland, die sich auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur konzentrieren würde. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.
Kyjiw bestätigte seine Bereitschaft, Angriffe auf Energieanlagen einzustellen, sofern Moskau eine entsprechende Verpflichtung übernimmt. Die US-Seite soll den Vorschlag an Russland weiterleiten.
Ukraine schlägt Stopp der Angriffe auf Energieanlagen vor
Bei den Gesprächen mit Trump erklärte Selenskyj, dass die Ukraine zu einer teilweisen Deeskalation bereit sei. Dabei geht es nicht um eine vollständige Einstellung der Kampfhandlungen, sondern um einen gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen Einrichtungen des Energiesektors.
Der Vorschlag sieht vor, dass beide Seiten keine Energieinfrastruktur mehr angreifen. Für Kyjiw ist dabei die Gegenseitigkeit eine entscheidende Voraussetzung: Auch Russland müsste entsprechende Angriffe einstellen.
Moskau hatte sich zuvor zurückhaltend gegenüber einem solchen Modell gezeigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die russische Seite strebe eine umfassendere Regelung des Krieges an.
Selenskyj bestätigt Bereitschaft zu Treffen mit Putin
Ein weiteres Thema der Gespräche war ein mögliches direktes Treffen zwischen den Präsidenten der Ukraine und Russlands.
Selenskyj bestätigte, dass er zu trilateralen Gesprächen mit Wladimir Putin und Donald Trump bereit sei. Kyjiw hofft darauf, dass Washington Moskau zu einer Teilnahme an einem entsprechenden Verhandlungsformat bewegen kann.
Gleichzeitig betonte der ukrainische Präsident, Trump habe ihn nicht aufgefordert, vollständig auf Angriffe gegen die russische Ölindustrie zu verzichten.
Das Thema der russischen Ölraffinerien hatte zusätzliche Bedeutung erhalten, nachdem der US-Präsident steigende Dieselpreise in den Vereinigten Staaten unter anderem mit ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien in Verbindung gebracht hatte.
Rubio und Lawrow sprechen über den Krieg in der Ukraine
Die diplomatischen Kontakte werden auch auf Ebene der Außenministerien fortgesetzt. In New York sind zudem Gespräche zwischen US-Außenminister Marco Rubio und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vorgesehen.
Im Mittelpunkt stehen der russische Krieg gegen die Ukraine sowie weitere internationale Krisen.
Die US-Diplomatie befasst sich parallel mit begrenzten Möglichkeiten zur Deeskalation. Dazu gehören unter anderem die Sicherheit der Energieinfrastruktur und die Lage im Schwarzen Meer.
Trump führt Gespräche mit Venezuelas Führung
Am Rande der UN-Generalversammlung führte Donald Trump außerdem ein kurzes Gespräch mit Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez. Auch Marco Rubio nahm an dem Treffen teil.
Die US-Seite veröffentlichte keine detaillierten Angaben zum Inhalt der Gespräche. Rodríguez bezeichnete das Treffen als historisch und erklärte, es sei um die Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen gegangen.
Auf der Tagesordnung standen demnach unter anderem Energie, Bergbau und Sicherheitsfragen.
Das Treffen fand vor dem Hintergrund erheblicher Veränderungen in den Beziehungen zwischen Washington und Caracas statt. Rodríguez reiste zur Teilnahme an der UN-Generalversammlung nach New York und soll dort eine Rede halten.
Macron widerspricht Trump bei Bewertung der Lage in Gaza
Ein weiterer Schwerpunkt der Debatten bei der UN-Generalversammlung war die Situation im Nahen Osten.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron widersprach in seiner Rede Donald Trumps Bewertung der Ergebnisse der amerikanischen Diplomatie im Zusammenhang mit dem Gazastreifen.
Macron verwies auf die weiterhin bestehenden humanitären Probleme und die Situation der humanitären Korridore. Außerdem kritisierte er das Vorgehen Israels im Westjordanland und sprach über die Rechte der palästinensischen Bevölkerung.
Trump hatte den amerikanischen Gaza-Plan zuvor vor der UN-Generalversammlung als bedeutenden diplomatischen Erfolg dargestellt. Nach seiner Darstellung habe der Plan dazu beigetragen, den Krieg zu beenden und zahlreiche Menschenleben zu retten.
Gespräche über die Ukraine werden in New York fortgesetzt
Das Treffen zwischen Trump und Selenskyj war Teil einer Reihe diplomatischer Kontakte zum russischen Krieg gegen die Ukraine während der UN-Generalversammlung.
Kyjiw bringt mehrere Möglichkeiten für eine Deeskalation ins Gespräch. Neben einem gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur geht es auch um Vereinbarungen zur Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer.
Die diplomatischen Gespräche werden sowohl auf Ebene der Staats- und Regierungschefs als auch der Außenministerien fortgesetzt. Eine konkrete Vereinbarung über einen gegenseitigen Stopp der Angriffe auf Energieanlagen wurde bislang nicht bekannt gegeben.
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