An der Zugspitze im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich hat sich ein großer Felssturz ereignet. Über mehrere Stunden lösten sich Gesteinsmassen vom Hang. Über Deutschlands höchstem Berg entstand eine gewaltige Staubwolke, die noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen war. Nach Angaben der Bergwacht wurde niemand verletzt. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu tagesschau.
Gesteinsmassen lösten sich über mehrere Stunden
Die ersten größeren Abbrüche begannen am Dienstagmorgen, dem 22. September. Große Mengen Gestein lösten sich unmittelbar am Grenzkamm zwischen Deutschland und Österreich.
Augenzeugen beobachteten eine massive Staubwolke, die sich von der Zugspitze in Richtung Grainau ausbreitete. Die Felsabbrüche wurden von lautem Krachen begleitet, das auch aus größerer Entfernung zu hören war.
Nach Angaben der Bergwacht Grainau wurden bislang weder touristische Einrichtungen noch Wanderwege beschädigt. Das Gelände unmittelbar unterhalb der Abbruchstelle ist sehr steil und schwer zugänglich. Stark frequentierte Wanderwege führen nicht durch diesen Bereich.
Drohnen sollen das betroffene Gebiet aus der Luft untersuchen. Damit wollen die Einsatzkräfte das Ausmaß des Felssturzes sowie den Zustand des Hangs genauer beurteilen.
Weitere Felsabbrüche auch am 23. September
Auch am Mittwoch, dem 23. September, kam das Gestein nicht vollständig zur Ruhe. Nach Angaben von Franz Dörfler, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau, lösten sich weiterhin einzelne Teile aus dem Fels.
Steinschläge und kleinere Felsabbrüche sind an der Zugspitze grundsätzlich kein außergewöhnliches Ereignis. Die Dimension des aktuellen Vorfalls fällt jedoch deutlich größer aus als bei den üblicherweise beobachteten Abbrüchen.
Die Zugspitze ist 2.962 Meter hoch und damit Deutschlands höchster Berg. Teile des Gesteins im Hochgebirge werden durch Permafrost stabilisiert. Taut dieser dauerhaft gefrorene Untergrund infolge steigender Temperaturen auf, kann die Stabilität des Felses abnehmen und das Risiko von Gesteinsabbrüchen steigen.
Bergbahnen an der Zugspitze bleiben in Betrieb
Trotz des massiven Felssturzes läuft der touristische Betrieb auf der österreichischen Seite der Zugspitze regulär weiter. Sowohl die Tiroler Zugspitzbahn als auch die weiter südlich gelegene Ehrwalder Almbahn nahmen am Mittwoch ihren Betrieb wie geplant auf.
Auch aus der Gemeinde Ehrwald wurden keine Schäden oder unmittelbaren Auswirkungen gemeldet. Das Gebiet rund um die Ehrwalder Almbahn befindet sich mehrere Kilometer südlich der Abbruchstelle.
Auf der bayerischen Seite gibt es ebenfalls keine Einschränkungen bei der Zugspitzbahn. Für die Bergstation und die Seilbahnanlagen besteht nach aktuellem Stand keine Gefahr.
Die Anlagen werden kontinuierlich mithilfe von Sensoren sowie durch unabhängige Prüfstellen überwacht. Auch der zuständige Geologe der Bayerischen Zugspitzbahn wurde über den Felssturz informiert.
Keine Verletzten und keine größeren Schäden
Bis zum Nachmittag des 23. September lagen keine Meldungen über Verletzte infolge des Felssturzes vor. Gebäude, Seilbahnanlagen und touristisch genutzte Wege wurden ebenfalls nicht beschädigt.
Fachleute sollen die Abbruchstelle nun genauer untersuchen und feststellen, welche Gesteinsmengen tatsächlich vom Hang abgegangen sind. Dabei spielt auch die Gefahr weiterer kleinerer Abbrüche eine Rolle, da sich nach dem Hauptereignis weiterhin einzelne Felsteile lösten.
Größere Felsstürze gab es zuletzt auch in anderen Teilen Bayerns
An der Zugspitze wurden bereits in der Vergangenheit Steinschläge und kleinere Felsabbrüche beobachtet. Sie erreichten allerdings nicht die Dimension des aktuellen Ereignisses. Ein Abbruch dieser Größenordnung wurde dort bislang nicht dokumentiert.
Auch in anderen Teilen der Bayerischen Alpen kam es zuletzt zu größeren Felsstürzen. Betroffen waren unter anderem das Rubihorn im Allgäu sowie der Bereich am Trischübelpass im Nationalpark Berchtesgaden. Nach solchen Ereignissen müssen gefährdete Bereiche teilweise genauer untersucht werden, da weitere Gesteinsabbrüche nicht ausgeschlossen werden können.
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