Die traditionsreiche Bäckerei Tillmann aus Balve im Sauerland hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Familienunternehmen besteht seit mehr als 60 Jahren und beschäftigt 105 Mitarbeiter. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten läuft der Betrieb zunächst weiter: Alle acht Verkaufsstellen bleiben vorerst geöffnet. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu t-online.
Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nennt der Inhaber unter anderem gestiegene Kosten, die schwache Konjunktur, Bauarbeiten in der Nähe mehrerer Filialen sowie den zunehmenden Wettbewerb durch Discounter.
Gericht bestellt vorläufigen Insolvenzverwalter
Das zuständige Amtsgericht hat einen vorläufigen Insolvenzverwalter für Tillmann bestellt. Diese Aufgabe übernimmt Rechtsanwalt Dr. Jan Janssen aus Köln.
Derzeit wird die finanzielle Situation des Unternehmens geprüft. Erst nach Abschluss dieser Prüfung soll entschieden werden, ob das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet wird.
Bis dahin führt das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb weiter. Backwaren werden weiterhin produziert, die Geschäfte bedienen ihre Kunden und die Schließung einzelner Standorte wurde bislang nicht angekündigt.
105 Mitarbeiter von Tillmann arbeiten zunächst weiter
Tillmann betreibt seinen Hauptsitz und eine Verkaufsstelle in Balve und ist außerdem in Menden, Sundern, Neuenrade und Werdohl vertreten. Zum Unternehmen gehören darüber hinaus ein Eiscafé sowie ein Verkaufswagen.
Insgesamt beschäftigt die Bäckerei 105 Mitarbeiter. Nach Angaben von Inhaber Rainer Tillmann sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die kommenden drei Monate abgesichert.
Auch für die Kunden ändert sich zunächst nichts. Alle acht Filialen bleiben geöffnet, während die Produktion von Brot und anderen Backwaren fortgesetzt wird.
Warum die Bäckerei Tillmann in finanzielle Schwierigkeiten geriet
Nach Angaben des Inhabers haben sich die Probleme über einen Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren aufgebaut. Mehrere Faktoren belasteten die wirtschaftliche Situation des Unternehmens gleichzeitig.
Dazu gehören die schwache Konjunktur, höhere Personal- und Kraftstoffkosten sowie eine zunehmende bürokratische Belastung. Hinzu kamen Bauarbeiten in der Nähe verschiedener Filialen. Dadurch waren einige Standorte schlechter erreichbar und verzeichneten weniger Kunden.
Als weiteren Faktor nennt das Unternehmen den zunehmenden Wettbewerb durch Discounter und andere große Handelsketten, die ebenfalls Brot und Backwaren anbieten.
Unternehmen soll restrukturiert werden
Ziel des Verfahrens ist eine Restrukturierung von Tillmann. Das Unternehmen soll wirtschaftlich stabilisiert werden, um möglichst viele Arbeitsplätze und Verkaufsstandorte langfristig zu erhalten.
Welche konkreten Maßnahmen dafür erforderlich sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Weitere Entscheidungen hängen von der Prüfung der finanziellen Situation und vom Verlauf des Insolvenzverfahrens ab.
Bislang gibt es keine Ankündigung über Massenentlassungen, die Einstellung der Produktion oder die Schließung einzelner Filialen.
Kunden sollten Gutscheine möglichst bald einlösen
Eine besondere Situation besteht für Kunden, die noch Gutscheine der Bäckerei Tillmann besitzen. Ihnen wird empfohlen, diese möglichst zeitnah in einer der weiterhin geöffneten Filialen einzulösen.
Sollte das Insolvenzverfahren weiter voranschreiten, könnte eine mögliche Erstattung nicht eingelöster Gutscheine vom rechtlichen Status der jeweiligen Forderungen abhängen. Derzeit ist daher unklar, ob und in welcher Höhe Kunden den Wert nicht eingelöster Gutscheine zurückerhalten würden.
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