Fertige Gemüsebrühen und Brühwürfel sind von Öko-Test genauer untersucht worden. Die Laboranalyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen konventionellen und biologischen Produkten: In vielen Brühen ohne Bio-Siegel wurden Rückstände eines oder gleich mehrerer Pestizide nachgewiesen. Dies berichtet die Webseite das-unternehmer-wissen mit einem Link zu web.de.
Für die Oktober-Ausgabe 2026 untersuchte Öko-Test insgesamt 27 Gemüsebrühen, darunter sowohl Pulver als auch Brühwürfel. Fünf Produkte beendeten den Test mit den Bewertungen „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Darunter befand sich auch ein Produkt einer bekannten Marke.
Pestizide in fast allen konventionellen Gemüsebrühen
Die größten Beanstandungen gab es bei Produkten, deren Gemüse aus konventionellem Anbau stammt. In fast jeder dieser Brühen wies das Labor mindestens ein Pestizid nach.
In vielen Fällen blieb es nicht bei einem einzelnen Wirkstoff. Mehrere Produkte enthielten Rückstände verschiedener Pestizide. In einer der untersuchten Gemüsebrühen wurden sogar Spuren von vier unterschiedlichen Pestiziden festgestellt.
Besonders kritisch bewertet Öko-Test sogenannte Pestizidcocktails, also das gleichzeitige Auftreten mehrerer Rückstände in einem Lebensmittel. Hintergrund ist, dass mögliche Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Pestiziden bislang nicht ausreichend erforscht sind.
Zu den nachgewiesenen Wirkstoffen gehörten unter anderem Difenoconazol, Clothianidin und Pyraclostrobin. Öko-Test verweist dabei auf mögliche gesundheitliche Risiken: Difenoconazol steht unter Verdacht, krebserregend zu sein, während Clothianidin und Pyraclostrobin als möglicherweise fortpflanzungsgefährdend eingestuft werden.
Die Pestizidrückstände könnten über die für die Brühen verwendeten Gemüsezutaten in die Produkte gelangt sein.
Nicht nur Pestizide: Auch Salz und Aromen wurden bewertet
Für das Gesamtergebnis waren nicht ausschließlich die Laborbefunde zu Pestiziden entscheidend. Abwertungen gab es außerdem für einen hohen Salzgehalt sowie für zugesetzte Aromen und Geschmacksverstärker.
Als kritische Grenze setzte Öko-Test mehr als 0,90 Gramm Salz pro 100 Milliliter zubereiteter Brühe an. Produkte, die diesen Wert überschritten, mussten mit einer schlechteren Bewertung rechnen.
Bei der Verkostung fiel zudem ein Zusammenhang auf: Gemüsebrühen mit einem vergleichsweise niedrigen Gemüseanteil enthielten häufig mehr Salz und Aromen. Dadurch lässt sich ein intensiver Geschmack auch mit einem geringeren Anteil an Gemüsezutaten erzielen.
Bio-Gemüsebrühen schneiden deutlich besser ab
Bei den Produkten mit Bio-Siegel zeigte sich ein wesentlich anderes Bild. Insgesamt wurden 17 Bio-Gemüsebrühen untersucht. Keine davon erhielt eine schlechtere Bewertung als „gut“.
Zwei Produkte erreichten sogar die Gesamtnote „sehr gut“ und gehörten damit zu den Testsiegern.
Die Bestnote erhielten die Bio Gemüse Bouillon von Knorr sowie die Bio Gemüsebrühe von Rewe mit einem Gemüseanteil von 20 Prozent.
Für einen Liter zubereitete Knorr-Brühe wurden im Test rund 34 Cent berechnet. Bei der Bio-Gemüsebrühe von Rewe lagen die Kosten bei etwa 20 Cent pro Liter.
Fünf konventionelle Produkte erhalten die schlechtesten Noten
Bei den Gemüsebrühen ohne Bio-Siegel fielen die Ergebnisse deutlich unterschiedlicher aus. Fünf konventionelle Produkte erhielten lediglich die Bewertungen „mangelhaft“ oder „ungenügend“.
Zwei weitere konventionelle Gemüsebrühen schnitten mit „gut“ ab. Drei Produkte erreichten die Bewertung „befriedigend“.
Damit erhielten alle 17 untersuchten Bio-Produkte mindestens die Note „gut“. Die größten Beanstandungen wegen Pestizidrückständen betrafen dagegen die konventionell hergestellten Gemüsebrühen.
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